Nach einer markanten Kältewelle in der ersten Jännerhälfte 2026 zeigt sich die Wetterentwicklung derzeit etwas dynamischer. Die strengste Kälte ist vorerst überstanden, gleichzeitig bleibt der Hochwinter aber klar tonangebend. Anhand der aktuellen Bodenanalyse, der Karten zum signifikanten Wetter sowie der Temperatur- und Strömungsfelder über Europa lässt sich der weitere Verlauf gut einordnen – inklusive eines vorsichtigen Blicks Richtung Monatsende.

Aktuelle Großwetterlage (Bodenanalyse & Höhenströmung)

Die Bodenanalyse zeigt ein komplexes Tiefdrucksystem über Nordeuropa mit mehreren Frontenzügen, während sich über dem Mittelmeerraum und Südosteuropa vergleichsweise milderer Luftdruckeinfluss etabliert hat. Österreich befindet sich dazwischen in einer Übergangszone, wodurch sich keine stabile Hochdrucklage durchsetzen kann.

In der Höhe (500 hPa und 850 hPa) ist die Strömung weiterhin meridional geprägt. Kalte Luftmassen lagern über Nord- und Osteuropa, während von Südwesten her zeitweise mildere Luft nach Mitteleuropa vorstößt. Dieses Spannungsfeld erklärt die aktuellen Temperaturgegensätze zwischen Tal- und Höhenlagen.

Detaillierter Wetterablauf für Villach-Lind und Kärnten

Donnerstag

Der Donnerstag verläuft im Raum Villach überwiegend trocken. Nach einer frostigen Nacht setzt sich tagsüber zunehmend mildere Luft durch. In Villach-Lind steigen die Temperaturen in den positiven Bereich, während es in höheren Lagen bereits deutlich milder ist. Wolkenfelder wechseln mit sonnigen Abschnitten, der Wind bleibt schwach.

Temperatur: morgens frostig, tagsüber etwa +3 bis +5 °C im Tal

Freitag

Am Freitag nimmt die Bewölkung zu. Die Luftmasse bleibt relativ mild für Jänner, jedoch fehlt eine stabile Durchmischung. In den Tallagen sind erneut leichte Fröste in der Nacht möglich, tagsüber werden wieder Plusgrade erreicht. Niederschlag ist kaum ein Thema.

Temperatur: Nacht −3 bis −1 °C, Tag um +1 °C

Samstag

Der Samstag zeigt sich wechselhaft bewölkt. Die Temperaturen steigen etwas an, im Raum Villach sind verbreitet mehrere Plusgrade möglich. In höheren Lagen bleibt es klar frostfrei. Die Luft bleibt trocken, erst später könnten von Westen her wieder feuchtere Luftmassen näherkommen.

Temperatur: Nacht um 0 °C, Tag bis etwa +6 °C

Sonnenstunden und Niederschlagstrend

Die Prognosen zeigen für die kommenden Tage eine insgesamt ordentliche Sonnenscheindauer, insbesondere abseits dichter Hochnebelfelder. Niederschläge bleiben selten, größere Mengen sind nicht in Sicht. Der Hochwinter präsentiert sich damit eher trocken, mit klassischer Inversionsproblematik in den Tälern.

Trend für die darauffolgenden Tage

Nach dem milden Zwischenschritt deutet sich kein nachhaltiger Übergang in eine ausgeprägte Tauwetterphase an. Die Temperaturen pendeln weiterhin um den Gefrierpunkt, mit nächtlichen Frösten und tagsüber leicht positiven Werten im Tal. Schnee bleibt liegen, eine rasche Schneeschmelze ist nicht zu erwarten.

Glaskugel-Bereich: Blick Richtung Monatsende

Mehrere mittelfristige Modellläufe zeigen für Ende Jänner erneut sehr kalte Luftmassen über Nord- und Osteuropa. In 850 hPa werden dort verbreitet Werte unter −15 °C simuliert. Entscheidend wird sein, ob sich diese Kaltluft über blockierende Hochdrucklagen nach Mitteleuropa ausbreiten kann.

Derzeit gilt:

  • Ein erneuter Kälterückfall ist in einzelnen Szenarien enthalten
  • Der Weg dieser Kaltluft nach Österreich ist noch unsicher
  • Die Bandbreite reicht von moderat winterlich bis erneut markant frostig

Eine gesicherte Prognose ist das nicht, wohl aber ein Hinweis darauf, dass der Hochwinter auch in der zweiten Monatshälfte noch nicht abgeschrieben ist.

Fazit

Die extreme Kälte der ersten Jännerhälfte ist zunächst beendet, dennoch bleibt das Wetter hochwinterlich geprägt. Milde Phasen sind eher Zwischenepisoden als ein nachhaltiger Übergang in vorfrühlingshafte Verhältnisse. Der Blick Richtung Monatsende zeigt: Der Winter hat noch Reserven – ob sie auch Kärnten erreichen, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden.

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