Ausgangslage: Übergang von Winterkälte zu Mittelmeer-Einfluss
Nach den sehr kalten Inversionsnächten in Kärnten steht nun ein markanter Wetterumschwung an. Der Hochdruckeinfluss schwächt sich weiter ab, der Luftdruck ist gegenüber den Vortagen deutlich gefallen, und aus dem Mittelmeerraum greift das Italientief „LEONIE“ in Richtung Alpen über.
Damit stellt sich die klassische Frage bei solchen Lagen: Reicht die Kaltluft in den Becken für Schnee – oder setzt sich mildere Luft durch?
Synoptischer Überblick: Warum diese Lage so heikel ist
„LEONIE“ liegt mit ihrem Kern südlich der Alpen. Feuchte Mittelmeerluft wird gegen die Alpen geführt, gleichzeitig liegt in Kärnten noch bodennah kalte Luft aus der vorangegangenen Frostphase.
Entscheidend sind:
– die exakte Zugbahn des Tiefs,
– die Stabilität der Inversion in den Tälern,
– und die Frage, wie weit der Niederschlag nördlich der Karawanken überhaupt durchgreift.
Villach liegt dabei meteorologisch ungünstig: oft im Grenzbereich zwischen Stauniederschlägen südlich der Alpen und Abschattung nördlich davon.
Was zeigen die Modelle?
– ICON: eher trocken für Villach
ICON bleibt seiner Linie treu:
– Schwerpunkt der Niederschläge südlich der Karawanken
– Villach und das Drautal meist nur Randlage
➡️ Akkumulierte Niederschläge (ICON, Sa–Mo):
– Villach-Land: 0 bis 5 mm
– Karawanken / Slowenien: 20–40 mm, lokal mehr
Fazit ICON:
Selbst wenn es kalt genug wäre, fehlt schlicht die Niederschlagsmenge für nennenswerten Neuschnee in Villach.
ECMWF: mehr Niederschlag – aber Grenzfall
– ECMWF lässt das Tief etwas weiter nach Norden ausgreifen:
Kärnten wird zeitweise erfasst, Villach liegt aber weiterhin am nördlichen Rand der Niederschlagszone.
➡️ Akkumulierte Niederschläge (ECMWF, Sa–Mo):
– Villach-Lind: 5 bis 10 mm, lokal bis 12 mm
– Karawanken / südliches Kärnten: 25–50 mm
Fazit ECMWF:
Es gäbe genug Niederschlag für etwas Neuschnee, aber nur, wenn die Kaltluft im Becken durchhält.
Niederschlagsart: Regen, Schnee oder Eis?
Hier liegt der Knackpunkt:
In der Höhe strömt mildere Luft ein (Warmnose). Bodennah bleibt es in den Nächten teils unter 0 °C
Für Villach-Lind bedeutet das:
– Tagsüber: eher Regen oder Schneeregen
– In der Nacht / Frühphase: kurzzeitig nassschneefähig
– Bei stabiler Kaltluft am Boden sogar: Gefahr von gefrierendem Regen
➡️ Die Schneefallgrenze schwankt stark und dürfte mehrfach durch Villach hindurchpendeln.
Gibt es nun Schnee für Villach? – die ehrliche Antwort
Stand jetzt gilt:
❄️ Dauerhafter Neuschnee in Villach-Lind: eher unwahrscheinlich
– Wahrscheinlicher: Regen / Schneeregen
⚠️ Kurzzeitig möglich: nasser Schnee oder Eisregen, vor allem nachts
– In höheren Lagen: deutlich bessere Chancen auf Schnee
– Eine nachhaltige Schneedecke ist im Stadtgebiet aktuell nicht zu erwarten.
Wochenend-Zusammenfassung auf einen Blick
-Niederschlag: ja, aber stark modellabhängig
Mengen Villach:
– ICON: 0–5 mm
– ECMWF: 5–10(12) mm
– Schnee: nur kurzfristig möglich, eher kein klassischer Schneefall
– Größtes Risiko: Glätte durch gefrierenden Regen
Fazit
Das Italientief „LEONIE“ bringt keine klare Schneelage für Villach, sondern eine klassische Übergangswetterlage mit hoher Unsicherheit. Während südlich der Alpen kräftige Niederschläge fallen, bleibt Villach im Randbereich.
Für den Ort selbst überwiegen aktuell die Signale für Regen oder Schneeregen, begleitet von erheblichem Glätterisiko, sollte die Kaltluft am Boden länger bestehen bleiben.
Eine laufende Aktualisierung bleibt notwendig – kleine Verschiebungen entscheiden hier über Schnee .