Die Woche vom 19. bis 25. Jänner 2026 ging in Villach‑Lind als eine der markantesten Kältephasen dieses Winters in die Statistik ein. Eine stabile Hochdrucklage mit ausgeprägter Inversion sorgte über mehrere Tage hinweg für strengen Dauerfrost, ehe mit dem Italientief LEONIE ein dynamischer Wetterumschwung eingeleitet wurde. Dieser Artikel fasst die Ereignisse dieser Woche meteorologisch fundiert zusammen.
Fünf Eistage in Serie
Zwischen Montag, 19.01., und Freitag, 23.01., wurden in Villach‑Lind fünf Eistage in Folge registriert. An allen fünf Tagen blieb die Temperatur durchgehend unter 0 °C. Tageshöchstwerte meist zwischen −1 und −6 °C, wiederholt sehr kalte Nächte
und nur geringe tageszeitliche Erwärmung durch fehlende Durchmischung.
Der tiefste Temperaturwert der Woche wurde in der Nacht auf Mittwoch, den 21.01., um 01:30 Uhr mit −11,4 °C gemessen.
Inversionslage als dominierender Faktor
Ursächlich für die außergewöhnliche Dauer der Kälte war eine klassische Inversionslage:
– kalte, schwere Luft sammelte sich in den Becken- und Tallagen
– darüber lagerte mildere Luft
– kaum Wind und sehr hoher Luftdruck verhinderten jede Durchmischung
Dies führte zu teils erheblichen Temperaturunterschieden auf engem Raum:
– Villach‑Lind: Tiefstwert −11,4 °C
– Weitensfeld: bis etwa −18 °C
– Bad Bleiberg: bis rund −16 °C
– Villach‑Stadt: deutlich weniger kalt
– Dobratsch & Kanzelhöhe: meist nur −6 bis −7 °C
Die konstante Schneedecke von rund 7 cm in Villach verstärkte die nächtliche Ausstrahlung zusätzlich und begünstigte die tiefen Temperaturen.
Ruhiges Hochdruckwetter und klare Nächte
Begleitet wurde die Kältewoche von:
– sehr hohem Luftdruck
– nahezu windstillen Bedingungen
– trockener Höhenluft
Diese Kombination sorgte nicht nur für die strengen Frostnächte, sondern auch für außergewöhnlich klare Bedingungen oberhalb der Hochnebeldecke. In diese Phase fiel zudem ein seltenes Polarlicht‑Ereignis, das vor allem in höheren Lagen Kärntens sichtbar war.
Übergang: Das Ende der Eisphase
Ab Freitag bzw. Samstag zeigte sich ein klarer synoptischer Wechsel:
– der Luftdruck begann deutlich zu fallen
– feuchtere Luftmassen griffen von Süden her über
– in der Höhe setzte mildere Luft ein, während bodennah noch Kaltluft lag
Damit endete die Serie der Eistage in Villach‑Lind.
Italientief LEONIE – nasser Schnee statt Regen
Mit dem Italientief LEONIE setzte eine typische Grenzschicht‑Wetterlage ein:
– angekündigt war überwiegend Regen für die Beckenlagen
-tatsächlich zeigte sich in Villach‑Lind zunächst nasser Schneefall
Die Ursache lag in der noch vorhandenen Kaltluft am Boden:
– Temperatur nahe 0 °C
– Taupunkt im negativen Bereich
– Niederschlag fiel zunächst als Schnee bzw. Schneeregen
Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr die Prognosesensitivität solcher Übergangslagen, bei denen kleinste Temperaturabweichungen über Schnee, Regen oder Eisregen entscheiden.
Fazit
Die Woche vom 19. bis 25. Jänner 2026 war für Villach‑Lind meteorologisch außergewöhnlich:
– fünf Eistage in Folge
– Tiefstwert −11,4 °C
– ausgeprägte Inversionslage
– stabile Schneedecke
– anschließend ein dynamischer Wetterumschwung mit Italientief LEONIE
Nach einer kurzen, aber markanten Eisphase leitete LEONIE den Übergang zu deutlich veränderlichen und niederschlagsreichen Bedingungen ein. Die Ereignisse dieser Woche zeigen eindrucksvoll, wie rasch der Wechsel von ruhigem Hochdruckwinter zu komplexem Übergangswetter erfolgen kann.