Das vergangene Wochenende stand in Villach-Lind ganz im Zeichen des Italientiefs LEONIE, das für eine ausgesprochen abwechslungsreiche und meteorologisch interessante Wetterlage sorgte. Bereits im Vorfeld deuteten die Wettermodelle auf eine klassische Süd- bis Südostlage mit feucht-milder Luft in der Höhe und kalter Grundschicht im Alpenraum hin – ein Szenario, das besonders im Becken von Villach häufig zu komplexen Niederschlagsphasen führt.

Prognose im Vorfeld: Schnee, Übergänge und Glätte im Fokus

Schon in den Tagen vor dem Wochenende zeichnete sich ab, dass LEONIE nicht nur Niederschlag bringen würde, sondern vor allem kritische Übergangsphasen zwischen Schnee, Schneeregen, Regen und lokal gefrierendem Regen. Die Modelle zeigten eine nur schwach ausgeprägte Kaltluftschicht am Boden, während in etwa 850 hPa zeitweise leicht positive Temperaturen simuliert wurden. Damit war klar: Die genaue Temperaturentwicklung in Bodennähe würde entscheidend sein.

Für Villach-Lind wurde im Vorfeld eine hohe Unsicherheit in der Niederschlagsart, aber eine relativ hohe Niederschlagswahrscheinlichkeit prognostiziert – insbesondere für Sonntag.

Samstag: Zunehmend winterlich mit ersten Anzeichen des Tiefs

Der Samstag verlief zunächst noch vergleichsweise ruhig. Bei tiefen Temperaturen und überwiegend bedecktem Himmel hielt sich die Kaltluft im Becken gut. Im Tagesverlauf verdichteten sich die Wolken weiter, erste schwache Niederschläge traten auf, meist noch in fester Form. Die Schneedecke konnte sich verbreitet halten bzw. leicht zulegen, insbesondere in höheren Lagen.

Die Webcambilder vom Samstag zeigten eine durchgehend winterliche Szenerie mit geschlossener Schneedecke – ein Hinweis darauf, dass die Grundschicht zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend kalt war.

Sonntag: Der Höhepunkt von LEONIE – meteorologisch spannend

Der Sonntag brachte schließlich den markantesten Abschnitt des Tiefdurchgangs. In den Nacht- und Morgenstunden setzte zunächst verbreitet Schneefall ein. Mit Annäherung des Tiefkerns und zunehmender Warmluftadvektion in der Höhe kam es jedoch rasch zu einem Phasenwechsel: Aus Schnee wurde Schneeregen, später Regen und zeitweise auch gefrierender Regen.

Gerade diese Übergangsphase bestätigte die vorherige Modellrechnung sehr gut. Die Temperaturen bewegten sich in Villach-Lind den gesamten Tag über nahe dem Gefrierpunkt, was lokal zu glatten Straßen und Gehwegen führte. Die Webcambilder dokumentieren eindrucksvoll die Mischung aus Restschneedecke, nassen Flächen und Tauprozessen – ein typisches Bild für Italientiefs dieser Art.

Der Luftdruck fiel im Zuge des Tiefdurchgangs deutlich ab und erreichte am Sonntag zeitweise Werte um 997 hPa, bevor er sich gegen Abend langsam wieder stabilisierte. Auch dies entsprach sehr gut der prognostizierten Entwicklung.

Niederschlag und Schneehöhen: Regionale Unterschiede deutlich sichtbar

Die Niederschläge fielen über weite Strecken ergiebig, wobei die exakte Menge aufgrund der unterschiedlichen Niederschlagsarten nicht überall vollständig erfasst werden konnte. Besonders Schnee und gefrierender Niederschlag führten zu einer Untererfassung im unbeheizten Regenmesser, sodass ein Teil der Menge erst zeitverzögert mit dem Tauwetter registriert wird.

Interessant war auch der deutliche Höhen- und Regionalgradient der Schneehöhen:

  • Villach-Lind: rund 10 cm
  • Villach Stadt: etwa 7 cm
  • Hermagor: ca. 24 cm
  • Bad Bleiberg: rund 32 cm
  • Kanzelhöhe: bis zu 41 cm

Diese Verteilung unterstreicht die typische Wirkung eines Italientiefs, bei dem die Staulagen der Karnischen Alpen und Karawanken deutlich profitieren, während es in den Beckenlagen häufiger zu Mischphasen kommt.

Fazit: Prognose weitgehend bestätigt, Details entscheidend

Rückblickend lässt sich festhalten, dass LEONIE in weiten Teilen genau das gebracht hat, was im Vorfeld erwartet wurde: winterliche Niederschläge, kritische Übergänge und regionale Unterschiede in Schneehöhe und Niederschlagsart. Besonders die Prognose der temperaturkritischen Phase am Sonntag hat sich als treffend erwiesen.

Das Wochenende zeigte einmal mehr, wie anspruchsvoll Italientiefs in der Prognose sind – und wie wichtig lokale Messdaten, Webcams und kontinuierliche Beobachtungen sind, um die Wetterentwicklung richtig einzuordnen. LEONIE reiht sich damit nahtlos in jene Winterlagen ein, die meteorologisch zwar herausfordernd, aber auch äußerst lehrreich sind.

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