Nach dem gestrigen Zwischenhoch richtet sich der Blick in Villach bereits wieder auf das nächste markante Tiefdrucksystem: Tief NORMA. Das Italientief greift im weiteren Wochenverlauf von Westen her auf den Alpenraum über und sorgt dabei einmal mehr für eine klassische Grenzlage zwischen Regen und Schnee – insbesondere in den Kärntner Beckenlagen.

Synoptische Ausgangslage: Tiefdruckeinfluss von Westen

Die aktuelle Bodenanalyse zeigt Tief NORMA westlich der Alpen, mit einer nach Osten vorstoßenden Frontenstruktur. Während NORMA von Westen zunehmend feuchte Luftmassen heranführt, hält sich östlich von Kärnten noch ein schwacher Hochdruckeinfluss.

Für Villach bedeutet diese Konstellation:
Die bodennahe Kaltluft kann sich zunächst halten, wird im weiteren Verlauf aber durch mildere Luft in der Höhe und zunehmende Durchmischung angegriffen – ein klassisches Szenario für eine niederschlagsartlich sehr knappe Situation.

Temperatur in 850 hPa – Schnee grundsätzlich möglich

Ein zentraler Baustein für die Einschätzung ist die Temperatur auf 850 hPa (rund 1.400–1.500 m Seehöhe).
Sowohl ICON-D2 als auch SuperHD simulieren über Kärnten während der Niederschlagsphase Werte um −1 bis −2 °C.

Diese Temperaturen sind grundsätzlich schneefreundlich, reichen alleine jedoch nicht aus, um im Villacher Becken automatisch Schneefall zu garantieren. Entscheidend ist – wie so oft – die Grenzschicht:

nächtliche Abkühlung und Kaltluftseen sprechen für Schnee

Durchmischung, feuchte Luft und positive Bodentemperaturen sprechen eher für Regen oder Schneeregen

Niederschlagsart: Was ist für Villach realistisch?

Aus heutiger Sicht ergibt sich folgendes Bild:

Zu Beginn der Niederschläge:
Schneeregen oder nasser Schnee möglich, vor allem bei stärkerem Niederschlag durch kurzfristige Abkühlung.

Im weiteren Verlauf:
In Villach-Stadt und im Becken steigt die Wahrscheinlichkeit für Regen oder Schneeregen deutlich an.

In höheren Lagen (Villach-Land, Hanglagen, Karawanken):
Hier sind die Chancen auf überwiegend Schnee klar besser.

Die Schneefallgrenze pendelt modellabhängig meist zwischen 600 und 900 m, kann bei intensiveren Niederschlagsphasen kurzfristig auch auf 400–600 m absinken.

Niederschlagsmengen: Regen ja, Schnee nur begrenzt

Bei den 24-stündigen Niederschlagssummen zeigen ICON-D2 und SuperHD ein ähnliches Grundmuster:

– Villach / Villach-Land: etwa 7 bis 15 mm
– Südlich und westlich der Karawanken: teils deutlich höhere Mengen durch Staueffekte

Als Schneesumme bleibt für die Beckenlagen allerdings nicht viel übrig:

in Villach meist 0–2 mm Schnee (also kaum messbarer Neuschnee)

oberhalb von etwa 700–900 m hingegen deutlich mehr


Fazit: Wieder eine klassische Grenzschicht-Entscheidung

Tief NORMA bringt für Villach erneut eine hochgradig grenzwertige Wetterlage.
Schnee ist aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen, aber vor allem zeitlich begrenzt und nass. Für eine nachhaltige Schneelage in der Stadt reicht es voraussichtlich nicht – diese bleibt den höheren Lagen vorbehalten.

Wie so oft gilt: Kleine Verschiebungen bei Temperatur oder Niederschlagsintensität können kurzfristig den Ausschlag geben. Ein genauer Blick auf den Nowcast bleibt daher entscheidend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Translate »