Seit Dienstagmittag, dem 2. Februar, gerät der Alpenraum zunehmend unter den Einfluss des Italientiefs ROMINA. Das Tief etabliert eine klassische Südanströmung, die feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen lenkt. Für Kärnten – und speziell für den Raum Villach – bedeutet das eine mehrtägige Niederschlagsphase, mit klarer Trennung zwischen Regen im Tal und Schnee in höheren Lagen.
Großwetterlage: Südstau durch Italientief ROMINA
Update: Das Italientief #ROMINA zur Wochenmitte nimmt Form an. Laut Super-HD im Raum #Villach markanter #Niederschlag, meist #Regen, zeitweise Schnee/Schneeregen möglich bei grenzwertigen Temperaturen um 0 °C in 1400 m Höhe! Weitere Updates folgen. 🌧️❄️ pic.twitter.com/3PtInJosVo
— Wetterstation Villach (@WWien10) February 2, 2026
ROMINA liegt südlich der Alpen und zapft feuchte Luftmassen aus dem zentralen Mittelmeerraum an. Diese Luft wird gegen die Südseite der Alpen geführt und dort orografisch gehoben. Entsprechend setzen sich die Niederschläge zunächst entlang der Karnischen Alpen und Karawanken fest, greifen aber auch auf das Villacher Becken über.
Die Wetterlage bleibt bis mindestens Donnerstagfrüh zyklonal geprägt, mit wiederholten Niederschlagsimpulsen.
Niederschlag: Schwerpunkt südlich, aber auch im Becken relevant
Bereits ab Dienstagmittag setzt flächiger Niederschlag ein. Die intensivste Phase liegt nach aktueller Modelllage:
- Dienstagabend bis in die Nacht auf Mittwoch
- erneut Mittwochabend bis Donnerstagfrüh
Nach ICON-D2 summiert sich der Niederschlag bis Donnerstagfrüh auf:
- Villach & Villacher Becken: etwa 25–40 mm
- Südlich angrenzende Staulagen (Karnische Alpen, Karawanken): 40–60 mm, lokal mehr
- Hochlagen südlich der Grenze: teils deutlich höhere Mengen
Damit handelt es sich auch für das Tal um ein nennenswertes Niederschlagsereignis, selbst wenn der Schwerpunkt klar in den Stauregionen liegt.
Temperatur & Schneefallgrenze: entscheidend für Villach
Ein zentraler Punkt bei ROMINA ist die Temperaturverteilung in 850 hPa. Diese liegt überwiegend zwischen −1 und −3 °C, was für den Alpenraum eine grenzwertige Schneelage bedeutet.
Für Villach im Tal heißt das:
- Tagsüber meist Regen
- zeitweise nasser Schneeregen in intensiveren Phasen
- kurzzeitiger Nassschnee ist möglich, bleibt aber unsicher
Das höchste Schneepotenzial ergibt sich:
- in der Nacht auf Mittwoch
- sowie erneut in der Nacht auf Donnerstag
Dann fallen Niederschlagsintensität und leicht negative Temperaturen zusammen.
Schnee in den Bergen: klar winterlich
Während das Tal überwiegend nass bleibt, präsentiert sich die Lage in den Bergen rund um Villach deutlich winterlicher:
- ab etwa 800–1000 m Seehöhe Übergang zu Schnee
- oberhalb davon durchgehend Schneefall
- Dobratsch: bereits aktuell rund 50 cm Schneehöhe, weiterer Zuwachs wahrscheinlich
- Gerlitzen, Karawanken, Karnische Alpen: markanter Schneezuwachs bis Donnerstag
In den Hochlagen kommen zweistellige Neuschneemengen zusammen, lokal deutlich mehr – vor allem dort, wo der Südstau voll greift.
Aktuelle Situation in Villach-Lind
In Villach-Lind sind aktuell nur noch Schneereste vorhanden. Der Dienstag startet mit dichten Wolken, hoher Luftfeuchtigkeit und leicht positiven Temperaturen. In der Nacht lockert es zwischenzeitlich auf, bevor sich mit Annäherung von ROMINA die Bewölkung erneut verdichtet und die Niederschläge einsetzen.
Fazit
Italientief ROMINA bringt für den Raum Villach eine nasse, teils kalte Witterungsphase, die im Tal vor allem durch Regen geprägt ist. Winterlich relevant wird das Ereignis vor allem in den umliegenden Bergen, wo sich der Niederschlag zunehmend als Schnee akkumuliert.
Für Villach selbst bleibt der Fokus auf:
- anhaltendem Niederschlag
- temperaturabhängiger Phase mit Schneeregen/Nassschnee
- und deutlich winterlichen Bedingungen oberhalb des Talniveaus
Ein klassisches Südstau-Szenario, bei dem wenige Grad Temperaturunterschied über Regen oder Schnee entscheiden.