Villach und Kärnten im Fokus – Blitz, prasselnder Regen und beeindruckende Mengen
In der Nacht auf Samstag, den 26. Juli 2025, zeigte sich Tief „Karl Heinz“ von seiner aktiven Seite.
Zwar war keine flächendeckende Gewitterlage zu erwarten – dennoch kam es im Großraum Villach zu einem intensiven Starkregenereignis mit eingebetteten Gewitteranteilen, das in Lind und Umgebung für nasse Vorgärten, wetterleuchtende Himmel und laute Nächte sorgte.
Nächtliches Gewitter über Jesenice – Wetterleuchten bis Lind
Bereits in der zweiten Nachthälfte war über Jesenice (SLO) ein Gewitter aktiv, das sich nordostwärts in Richtung Klagenfurt bewegte.
Dabei war über weite Teile Villachs deutlich Wetterleuchten sichtbar, vereinzelt auch entfernter Donner hörbar – insbesondere in Villach-Lind, wo die Atmosphäre bereits stark angefeuchtet war.
24-Stunden-Regenmenge: 35 mm in Lind – Schwerpunkt zwischen 3 und 9 Uhr

Die private Wetterstation in Lind registrierte am Samstagvormittag bereits 35 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden – davon ein Großteil zwischen 03:00 und 09:00 Uhr.
Die Messkurve zeigt einen steilen Anstieg ab der zweiten Nachthälfte – typisch für konvektiv durchsetzten Starkregen im Bereich eines Rückseiten-Troges.
Blitz am Morgen bei Stobitzen
Der auf der Karte markierte Erdblitz mit 102 kA bei Stobitzen (07:38 Uhr) war nicht Teil des nächtlichen Systems, sondern wurde erst am Morgen registriert – als die Hauptzelle bereits weitergezogen war.
Eindrücke aus Villach-Lind – alles nass, Himmel grau
Ein Blick in den Garten zeigt die typischen Sättigungsspuren nach Starkregen: Pfützen, tropfende Zweige, Nebelschleier zwischen den Ästen.
Die Webcam „Gerlitzenblick“ zeigt gegen 10 Uhr das typische Bild: tief hängende Wolken, nasse Dächer, diffuse Sicht – eine echte „Trog-Luftmasse“.
Regensummen aus Kärnten (bis 10:00 Uhr, 26. Juli 2025):
Regenmenge (24h)
Rosenbach (Karawankentunnel) 58,5 mm
Ferlach 56,0 mm
Pörtschach 48,3 mm
Loibl 47,9 mm
St. Veit an der Glan 46,1 mm
Villach (Lind) 35,0 mm
Villach Stadt 42 mm
Feldkirchen 42,1 mm
Klagenfurt 41,4 mm
Fazit: Schwerpunkt war erneut der Südrand der Alpen, speziell das Rosental, Unterkärnten und der Raum Villach. Die Modellprognosen trafen hier gut.
Radarbild: Zugbahn der nächtlichen Regenachse

Die Radar-Prognose zeigte bereits am späten Freitagabend eine kräftige Regenlinie, die sich von Gorizia über Klagenfurt hinwegzog – langsam ziehend, mit eingebetteten Kernen.
Fazit: Viel Regen, viel Dynamik – aber keine Extremwetterlage
Tief „Karl Heinz“ hat in der Nacht viel Feuchtigkeit geliefert, aber sich relativ geordnet verhalten – der Schwerpunkt blieb südlich der Hauptalpenkette, ohne größere Schäden.
Wichtig:
- Der Regen war kräftig, aber nicht überregional gefährlich
- Das Gewitter bei Jesenice blieb moderat, aber akustisch gut wahrnehmbar
- Die Wetterlage bleibt auch am Sonntag labil, mit nur vorübergehender Besserung
Verfasst: 26. Juli 2025 | Datenbasis: Meteotemplate, DWD, Kachelmannwetter, RadarHD