Nach dem freundlichen Dienstag steht Villach am Mittwoch noch einmal ein ausgesprochen schöner Herbsttag bevor. Danach stellt sich die Wetterlage jedoch um: Feuchtere Luft erreicht den Alpenraum, von Süden her steigt die Niederschlagsneigung deutlich an und insbesondere am Donnerstag rückt der seit Tagen beobachtete Regen in den Mittelpunkt.

Dabei bleibt ausgerechnet Villach in einer meteorologisch interessanten Grenzzone. Südlich der Karawanken können erhebliche Regenmengen zusammenkommen, während die Mengen Richtung Norden rasch abnehmen. Wie weit der kräftige Niederschlag nach Kärnten ausgreift, ist deshalb weiterhin die entscheidende Frage.

Mittwoch: Noch einmal Sonne und bis zu rund 22 Grad

Der Mittwoch, 7. Oktober, wird voraussichtlich der mit Abstand schönste Tag des betrachteten Zeitraums. Nach einer frischen Nacht mit Tiefstwerten um 6 bis 8 °C setzt sich in Villach häufig die Sonne durch.

Die Prognosen zeigen rund 10 Stunden Sonnenschein, bei gleichzeitig nur sehr kleiner Unsicherheit. Regen ist praktisch kein Thema.

Mit Höchstwerten von etwa 20 bis 22 °C wird es für Anfang Oktober ausgesprochen angenehm. Damit bekommen wir noch einmal einen richtigen goldenen Herbsttag, bevor sich das Wetter grundlegend verändert.

Donnerstag: Der große Wetterwechsel

Am Donnerstag nimmt die Bewölkung rasch zu. Gleichzeitig wird deutlich feuchtere Luft an die Alpensüdseite geführt. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt für Villach inzwischen bei rund 96 Prozent – dass es regnet, ist also kaum noch die Frage.

Wesentlich unsicherer bleibt die Menge.

Der wahrscheinlichste Bereich liegt nach den vorliegenden Ensemble-Daten bei ungefähr 11 mm, die Spannweite reicht jedoch von wenigen Millimetern bis hin zu knapp 40 mm. Genau diese enorme Bandbreite passt zur Lage Villachs am Nordrand des kräftigsten Niederschlagsgebietes.

Das hochaufgelöste SuperHD gehört momentan zu den deutlich nasseren Varianten und lässt im Raum Villach teilweise etwa 50 bis 60 mm bis Freitagmorgen zu. Nur wenig weiter südlich, über den Karawanken und besonders in Slowenien sowie Friaul, werden verbreitet 80 bis über 100 mm simuliert.

Andere Globalmodelle sind für Villach wesentlich zurückhaltender und bewegen sich eher im Bereich von ungefähr 5 bis 20 mm.

Damit haben sich die Modelle hinsichtlich der grundsätzlichen Wetterentwicklung angenähert – bei der exakten Niederschlagsmenge für Villach aber noch keineswegs.

Eine Verschiebung um wenige Kilometer kann viel ausmachen

Die Karten zeigen sehr schön, warum die Prognose schwierig bleibt. Der Gradient der Regenmengen verläuft unmittelbar über unserer Region ausgesprochen scharf.

Während südlich der Karawanken kräftiger und länger anhaltender Regen möglich ist, nehmen die Mengen nach Norden rasch ab. Verschiebt sich die Niederschlagszone nur etwas nach Norden, könnte Villach deutlich mehr Regen bekommen. Bleibt ihr Schwerpunkt dagegen südlich der Karawanken, fallen die Mengen im Villacher Becken erheblich geringer aus.

Das erklärt auch die enorme Ensemble-Spannweite.

Freitag: Kühler, weiterhin unbeständig – aber nicht zwingend Dauerregen

Am Freitag bleibt es herbstlich. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit geht auf etwa 60 Prozent zurück. Die wahrscheinlichste Tagesmenge liegt derzeit nur bei ungefähr 2 mm, einzelne Berechnungen lassen aber weiterhin mehr als 10 mm zu.

Auch beim Sonnenschein sieht man die Unsicherheit: Nach nur ungefähr einer Stunde am Donnerstag werden für Freitag im Mittel etwa drei Stunden Sonne erwartet. Je nachdem, wie schnell die Niederschlagszone abzieht, könnte es aber auch freundlicher werden.

Temperaturmäßig ist der Unterschied zum Mittwoch deutlich: Nach etwa 20 bis 22 °C am Mittwoch sind am Donnerstag noch ungefähr 17 bis 19 °C, am Freitag eher 14 bis 17 °C zu erwarten.

Das ist dann eindeutig Herbstwetter.

Schnee auf den Bergen?

Interessant ist auch die Entwicklung in der Höhe. In 850 hPa, also grob um 1.500 Meter Höhe, liegen die Temperaturen über Kärnten zunächst noch ungefähr im Bereich von +8 bis +10 °C. Eine ausgeprägte Kaltluftlage ist das nicht.

Mit der weiteren Entwicklung gelangt allerdings kühlere Luft in den Alpenraum. Zusammen mit intensiveren Niederschlägen kann die Schneefallgrenze zeitweise deutlich absinken.

Für die höchsten Gipfel der Region – etwa Dobratsch, Gerlitzen oder die Hochlagen der Karawanken – ist daher zumindest vorübergehend nasser Schnee bzw. eine dünne Neuschneedecke nicht ausgeschlossen, insbesondere wenn Niederschlagsabkühlung hinzukommt.

Eine markante frühwinterliche Lage bis in mittlere Höhenlagen zeichnet sich nach den derzeitigen Karten dagegen nicht ab. Für eine genauere Einschätzung der Schneefallgrenze müssen die hochaufgelösten Temperatur- und Niederschlagsprognosen der kommenden Läufe abgewartet werden.

Samstag: Langsame Wetterberuhigung?

Am Samstag nimmt die Regenwahrscheinlichkeit nach den Ensemble-Daten auf ungefähr 24 Prozent ab. Im wahrscheinlichsten Szenario bleibt es sogar trocken.

Beim Sonnenschein steigt die Erwartung wieder auf etwa fünf Stunden, allerdings ist die Spannweite noch erheblich. Ähnliches gilt für die Temperatur. Wahrscheinlich bewegen wir uns tagsüber ungefähr zwischen 15 und 18 °C.

Damit deutet sich nach dem nassen Donnerstag und dem wechselhaften Freitag zumindest eine langsame Wetterberuhigung an.

Fazit: Mittwoch genießen – Donnerstag wird spannend

Der Kontrast könnte größer kaum sein: Mittwoch noch einmal rund 10 Stunden Sonne und bis etwa 22 °C, ab Donnerstag deutlich herbstlicher.

Beim Regen ist inzwischen recht sicher, dass etwas kommt. Unsicher bleibt weiterhin, wie viel Villach davon tatsächlich abbekommt. Die derzeitigen Berechnungen reichen grob von einstelligen bzw. niedrigen zweistelligen Mengen bis zu 50 oder sogar 60 mm in den nassesten hochaufgelösten Modellvarianten.

Nur wenige Kilometer südlich der Karawanken können gleichzeitig 80 bis über 100 mm fallen.

Gerade deshalb lohnt sich in den kommenden Modellläufen weniger die Frage „Kommt Regen?“ als vielmehr: Wie weit nach Norden schafft es der Schwerpunkt des Starkregens?

Und danach sieht es tatsächlich nach Herbst aus: kühler, zeitweise nass und auf den höchsten Bergen vielleicht sogar mit einem ersten weißen Gruß.

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