Vom letzten Hitzetag zu frischen Herbstnächten
Der September 2026 brachte in Villach-Lind einen deutlichen Übergang vom Sommer zum Herbst. Anfangs wurden noch sommerliche Temperaturen erreicht, am 4. September sogar mehr als 30 °C. Danach folgten kräftiger Regen und markante Abkühlungen. Zum Monatsende standen zunehmend frische Nächte im Gegensatz zu angenehm milden Nachmittagen.
Mit einer Durchschnittstemperatur von 15,63 °C lag der Monat rund 1 °C über dem langjährigen Septembermittel der offiziellen Station Villach Stadt. Die Niederschlagsmenge blieb mit 104,6 mm etwa 14 % unter dem Vergleichswert der Klimaperiode 1991–2020. Dabei fiel mehr als die Hälfte des gesamten Monatsregens an einem einzigen Tag.
Der September 2026 auf einen Blick
| Wettergröße | September 2026 |
|---|---|
| Durchschnittstemperatur | 15,63 °C |
| Abweichung vom Villacher Klimamittel | rund +1,0 °C |
| Höchste Temperatur | 31,1 °C am 4. September |
| Niedrigste Temperatur | 3,8 °C am 23. September |
| Sommertage ab 25 °C | 7 |
| Hitzetage ab 30 °C | 1 |
| Frosttage | 0 |
| Gesamtniederschlag | 104,6 mm |
| Tage mit messbarem Niederschlag | 11 |
| Höchste Tagesregenmenge | 57,4 mm am 10. September |
| Mittlere relative Luftfeuchtigkeit | 82,57 % |
| Mittlerer Luftdruck | 1.020,42 hPa |
| Stärkste Windböe | 33,4 km/h am 1. September |
| Mittlere Solarstrahlung einschließlich Nachtstunden | 136,2 W/m² |
Sommerlicher Auftakt mit einem letzten Hitzetag

Die ersten acht Septembertage standen noch deutlich im Zeichen des ausklingenden Sommers. An sieben Tagen erreichte die Temperatur mindestens 25 °C. Nur der 2. September blieb mit 24,8 °C knapp unter der Sommertagsmarke. Den Höhepunkt brachte der 4. September mit 31,1 °C, der einzige Hitzetag des Monats. Auch die folgenden Tage blieben warm: Am 5. September wurden 27,8 °C, am 6. September 27,4 °C und am 7. September 28,2 °C gemessen. Das höchste Tagesmittel erreichte allerdings der 5. September mit 21,94 °C, knapp vor dem Vortag mit 21,93 °C. Damit war der heißeste Nachmittag nicht zugleich der insgesamt wärmste Tag. Am 8. September wurden nochmals 25,8 °C erreicht. Danach blieb die 25-Grad-Marke in Villach-Lind bis zum Monatsende außer Reichweite.
Kräftiger Regen und ein deutlicher Wetterumschwung
Ab dem 9. September änderte sich der Wettercharakter grundlegend. Ein Italientief brachte ergiebigen Niederschlag und deutlich kühlere Verhältnisse. Während am 9. September noch 21,1 °C erreicht wurden, lag das Maximum am 10. September bei 17,3 °C und am 11. September bei 16,7 °C. Besonders bemerkenswert war der 10. September mit 57,4 mm Regen. Rund 55 % des gesamten Monatsniederschlags fielen damit innerhalb eines einzigen Kalendertages. Vom 9. bis 11. September kamen insgesamt 68,0 mm zusammen:
| Tag | Niederschlag |
|---|---|
| 9. September | 4,0 mm |
| 10. September | 57,4 mm |
| 11. September | 6,6 mm |
| Summe | 68,0 mm |
Zeitweise waren Gewitter in den Regen eingelagert. Der Wechsel von spätsommerlicher Wärme zu tiefen Wolken, nasser Witterung und niedrigen Temperaturen war damit besonders eindrucksvoll. Die Wetterlage, die Gewitterbeobachtungen und die regionalen Unterschiede bei den Regenmengen beschreibt unser Rückblick „Vom Hochsommer in den Herbst und wieder zurück“.
Noch einmal fast 25 Grad – dann nur noch 14,4 Grad
Nach der Regenphase erholten sich die Temperaturen rasch. Am 13. September wurden 22,9 °C erreicht, am 14. September 24,4 °C. Der 16. September blieb mit 24,8 °C nur knapp unter der Sommertagsmarke. Bereits am folgenden Tag folgte die nächste deutliche Abkühlung. Dichte Wolken und Regen begrenzten die Höchsttemperatur am 17. September auf 14,4 °C. Das war das niedrigste Tagesmaximum des Monats und innerhalb von nur 24 Stunden ein Rückgang um 10,4 Grad. Dazu fielen 8,2 mm Regen. Auch am 18. und 19. September wurde Niederschlag registriert, jeweils 5,6 mm. Anschließend beruhigte sich das Wetter wieder. Am 20. September stieg die Temperatur bereits auf 22,6 °C. Mehr über diese wechselhafte Woche und den Vergleich zwischen angekündigten und tatsächlich gemessenen Regenmengen gibt es im Beitrag „Von 25 auf 14 Grad – und zurück zum Spätsommer!“.
Frische Morgenstunden und milde Nachmittage
Im letzten Monatsdrittel machten sich die längeren Herbstnächte deutlich bemerkbar. Am 22. September sank die Temperatur auf 4,3 °C, am 23. September folgte mit 3,8 °C das Monatsminimum. Der 23. September war mit einem Tagesmittel von 10,22 °C zugleich der kühlste Tag des Monats. Frost trat an der Wetterstation jedoch nicht auf. Besonders groß fiel die Temperaturspanne am 22. September aus: Nach 4,3 °C am Morgen wurden am Nachmittag noch 20,2 °C erreicht. Zwischen Tiefst- und Höchstwert lagen damit fast 16 Grad. Die letzten elf Tage verliefen überwiegend trocken. Trotz zeitweise kühler oder nebeliger Morgenstunden blieb an vielen Nachmittagen ein spätsommerlicher Eindruck erhalten. Zum Monatsende wurden auch die Nächte wieder etwas milder: Am 30. September lagen die Temperaturen zwischen 10,4 und 20,3 °C. Die lokalen Beobachtungen dieser Phase haben wir im Rückblick „Zwischen Spätsommer und Frühherbst“ festgehalten.
Niederschlag: Ein einzelner Tag dominierte die Monatsbilanz

Insgesamt wurden in Villach-Lind 104,6 mm Niederschlag gemessen. An elf Tagen registrierte die Station eine messbare Menge, 19 Tage blieben ohne messbaren Regen. Die Verteilung war ausgesprochen ungleichmäßig. Allein der 10. September lieferte mehr als die Hälfte der Monatssumme; die drei Tage vom 9. bis 11. September zusammen rund 65 %. Eine weitere Regenphase folgte vom 17. bis 19. September mit insgesamt 19,4 mm. Vom 20. September bis zum Monatsende wurden dagegen nur noch 0,2 mm am 25. September erfasst. Damit konnte auch die ergiebige Regenphase um den 10. September das Defizit gegenüber dem langjährigen Villacher Septembermittel nicht vollständig ausgleichen.
Hohe Luftfeuchtigkeit begleitete den Herbstbeginn

Die mittlere relative Luftfeuchtigkeit betrug 82,57 %. Der niedrigste Einzelwert lag bei 40,8 %, der höchste bei 96,0 %. Das hohe Monatsmittel passt zu den feuchten Regenphasen und den zunehmend kühlen Nächten. Mit sinkender Temperatur steigt die relative Luftfeuchtigkeit häufig auch dann, wenn keine zusätzliche Feuchtigkeit hinzukommt. So standen zeitweise feuchte, wolkenreiche Tage und beinahe gesättigte Morgenluft im Gegensatz zu trockeneren Nachmittagen. Ob tatsächlich Nebel oder Hochnebel vorhanden war, lässt sich aus den Feuchtewerten allein allerdings nicht bestimmen; dafür sind die lokalen Beobachtungen entscheidend.
Luftdruck zwischen Wetterwechseln und Hochdruckeinfluss

Der mittlere Luftdruck lag bei 1.020,42 hPa. Die Einzelwerte bewegten sich zwischen 1.008,3 und 1.026,8 hPa. Das vergleichsweise hohe Monatsmittel zeigt, dass neben den Regenphasen auch ruhigere Wetterabschnitte eine wichtige Rolle spielten. Besonders zum Monatsende setzte sich wieder stärkerer Hochdruckeinfluss durch. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in unserer damaligen Vorschau „Hoch ARNO übernimmt: Viel Sonne und spätsommerliche Wärme für Villach“ ab.
Wind: Deutlich ruhiger als bei den Sommergewittern

Die stärkste Windböe wurde am 1. September um 23:15 Uhr mit 33,4 km/h registriert. Damit blieb die höchste gemessene Böe deutlich unter den Spitzen der Sommermonate. An der privaten Station Villach-Lind war der September vor allem durch Temperaturwechsel und Regenphasen geprägt; außergewöhnliche Windspitzen wurden nicht erfasst.
Solarstrahlung zwischen Regenwolken und Herbstsonne

Die mittlere Solarstrahlung betrug 136,2 W/m², einschließlich der Nachtstunden. Kürzere Tage und die wolkenreichen Wetterphasen begrenzten die Einstrahlung, während freundliche Abschnitte weiterhin kräftige Strahlungswerte ermöglichten. Der höchste kurzzeitige Messwert wurde am 14. September um 12:55 Uhr mit 1.003,1 W/m² erreicht. Eine solche Spitze kann durch eine Wolkenlücke und zusätzliche Reflexionen an Wolkenrändern begünstigt werden. Sie sagt wenig über die Sonnigkeit des gesamten Tages aus. Die Solarstrahlung wird deshalb nicht unmittelbar in Sonnenstunden umgerechnet.
Wärmer und etwas trockener als im Villacher Klimamittel
Für die klimatische Einordnung verwenden wir die offizielle GeoSphere-Station Villach Stadt und den Bezugszeitraum 1991–2020. Die von Tauernwetter aufbereiteten Septembermittel betragen 14,6 °C und 122 mm Niederschlag.
| Kennwert | Villach-Lind September 2026 | Villach Stadt 1991–2020 | Abweichung |
|---|---|---|---|
| Temperaturmittel | 15,63 °C | 14,6 °C | rund +1,0 °C |
| Niederschlag | 104,6 mm | 122 mm | −17,4 mm / −14,3 % |
Trotz der frischen Nächte in der zweiten Monatshälfte fiel der September in Lind somit insgesamt wärmer aus als die Villacher Referenz. Beim Niederschlag erreichte die Station rund 86 % der langjährigen Septembermenge. Dabei handelt es sich um einen Vergleich der lokalen Messungen in Lind mit der offiziellen Villacher Referenzstation. Unterschiede zwischen den beiden Standorten bleiben bestehen.
Kurzer Vergleich mit den Vorjahren
| Jahr | Septembermittel Villach-Lind |
|---|---|
| 2023 | 16,99 °C |
| 2024 | 14,93 °C |
| 2025 | 16,44 °C |
| 2026 | 15,63 °C |
Der September 2026 war damit 0,70 °C wärmer als 2024, aber 0,81 °C kühler als 2025. Gegenüber September 2023 lag das Monatsmittel um 1,36 °C niedriger. Innerhalb dieser vier Jahre nimmt 2026 somit eine mittlere Position ein: wärmer als der kühlere September 2024, aber unter dem Temperaturniveau von 2023 und 2025.
Fazit
Der September 2026 verabschiedete den Sommer in Villach-Lind schrittweise. Sieben Sommertage und ein Hitzetag prägten den Beginn. Danach brachten kräftiger Regen und markante Abkühlungen einen deutlich herbstlicheren Wettercharakter. Besonders auffällig waren die 57,4 mm Regen am 10. September und die frischen Morgenstunden mit einem Minimum von 3,8 °C am 23. September. Zum Monatsende sorgten überwiegend trockene Verhältnisse und milde Nachmittage nochmals für freundliches Septemberwetter. Mit 15,63 °C lag das Monatsmittel rund 1 °C über der offiziellen Villacher Klimareferenz. Die Regenmenge blieb etwa 14 % darunter, ein Monat zwischen letztem Hochsommer, ergiebigem Regen und ersten richtig frischen Herbstnächten.
Datengrundlage: Wetterarchiv der privaten Wetterstation Villach-Lind. Klimavergleich: GeoSphere Austria, Station Villach Stadt, Bezugsperiode 1991–2020; aufbereitet von Tauernwetter Forschung.
Hinweise zur Auswertung: Die Monatssumme folgt den Kalendertageswerten des Archivs. Für die Regenphase vom 9. bis 11. September ergeben diese 68,0 mm; der damalige Ereignisbericht nennt 68,2 mm. Leichter Regen wurde am Abend des 24. September beobachtet, die messbare Menge von 0,2 mm ist im Archiv dem 25. September zugeordnet. Tageswerte liegen für alle 30 Tage vor; Messlücken innerhalb einzelner Tage lassen sich daraus nicht ausschließen. Eine Tropennachtzahl wird ohne Prüfung der tatsächlichen Nachtperioden nicht angegeben.