Gewitter brachten über 43 mm Regen nach Villach-Lind
Der Samstag, 20. Juni 2026, entwickelte sich in Villach-Lind zu einem der bislang markantesten Wettertage des Jahres. Was am Vormittag noch nach einem typischen hochsommerlichen Tag aussah, endete am späten Nachmittag in kräftigen Gewittern mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen Böen.
Hochsommerliche Bedingungen bis zum Nachmittag
Bereits in den Morgenstunden lagen die Temperaturen deutlich über 18 °C. Unter zunehmendem Sonnenschein erwärmte sich die Luft rasch und erreichte um 16:30 Uhr mit 32,2 °C ihren Tageshöchstwert. Die Luftmasse war dabei ausgesprochen feucht, der Taupunkt stieg auf 21,4 °C, wodurch die gefühlte Temperatur zeitweise 35,8 °C erreichte.
Auch die Sonneneinstrahlung zeigte mit einer maximalen Globalstrahlung von 916 W/m² das große Energiepotenzial, das sich im Laufe des Tages in der Atmosphäre ansammelte.
Erste Gewitterzellen über den Bergen
Schon ab Mittag entwickelten sich über den Karnischen Alpen, den Gailtaler Alpen sowie entlang der Nockberge erste mächtige Quellwolken. Im Zeitraffervideo des Nachmittags ist eindrucksvoll zu erkennen, wie die Wolkentürme rasch in die Höhe schossen und schließlich zu ausgewachsenen Gewitterzellen heranwuchsen.
Besonders aktiv wurde es zunächst im Bereich zwischen dem unteren Gailtal und Oberkärnten. Das Gewitter südwestlich von Spittal an der Drau zeigte zeitweise nahezu ortsfesten Charakter und produzierte heftigen Starkregen sowie kleineren Hagel.
Starkregen, Hagel und Sturmböen in Villach-Lind
Gegen 17 Uhr erreichte schließlich die erste Gewitterzelle Villach-Lind. Innerhalb kurzer Zeit setzte intensiver Regen ein, begleitet von einzelnen Hagelkörnern und starken Windböen.

Die Wetterstation Villach-Lind registrierte dabei:
️ Höchsttemperatur: 32,2 °C
️ Tiefsttemperatur: 18,3 °C
️ Tagesniederschlag: 43,6 mm
️ Maximale Regenrate: 102,2 mm/h
Stärkste Windböe: 59,2 km/h
Höchste Luftfeuchtigkeit: 94 %
Besonders bemerkenswert war der rasche Temperatursturz. Binnen weniger Minuten sank die Temperatur von über 32 °C auf unter 20 °C ab. Gleichzeitig stieg die relative Luftfeuchtigkeit sprunghaft an, während die Sicht im Starkregen zeitweise deutlich eingeschränkt war.

Selbst die Tierwelt zeigte sich vom Wettergeschehen wenig beeindruckt. Eine Amsel setzte ihr Zwitschern während des Starkregens nahezu unbeeindruckt fort – ein bemerkenswerter Kontrast zur dramatischen Gewitterkulisse.
Prognosen überzeugten
Die Vorhersagemodelle lagen diesmal erfreulich nahe an der Realität. Besonders das ICON-D2 Rapid Update simulierte bereits mehrere Stunden zuvor Niederschlagsschwerpunkte von 30 bis lokal über 50 mm im Bereich des unteren Gailtals und rund um Villach.

Mit gemessenen 43,6 mm in Villach-Lind bestätigte sich die Prognose nahezu punktgenau. Auch die zeitliche Entwicklung – zunächst Gewitter über Oberkärnten und dem Gailtal, anschließend Verlagerung in den Zentralraum – wurde von den Modellen gut erfasst.
Lokale Unterschiede bei den Niederschlagsmengen

Die Gewitter entwickelten sich am frühen Nachmittag zunächst über den Karnischen Alpen und dem Gailtal, ehe sie sich entlang der Täler in Richtung Villacher Becken ausbreiteten. Das angehängte Stormtracking zeigt die ersten harmlosen Schauerzellen um etwa 14:40 Uhr, während sich die Atmosphäre über Villach noch in einer hochsommerlich-heißen und schwülen Verfassung befand.In den folgenden zwei Stunden kam es zu einer raschen Intensivierung der Konvektion. Mehrere Gewitterzellen vereinigten sich schließlich über dem Stadtgebiet von Villach und sorgten lokal für außergewöhnlich hohe Regenmengen.
️ Gemessene Niederschlagsmengen innerhalb von 12 Stunden
Villach-Stadt: 66 mm
Dobratsch: 56 mm
Kranjska Gora: 40 mm
Spittal an der Drau: 32 mm
Feldkirchen: 20 mm
Trenta: 20 mm
Radenthein: 19 mm
Weißenstein: 10 mm
Velden: 9 mm
Treffen am Ossiacher See: 8 mm
Hermagor: lediglich 2 mm
Besonders bemerkenswert ist die Differenz zwischen Villach-Lind und einigen umliegenden Orten. Während in Hermagor kaum Regen fiel, wurden in Villach-Stadt innerhalb kurzer Zeit 66 mm Niederschlag registriert – ein Wert, der bereits mehr als einem halben durchschnittlichen Juni-Niederschlag entspricht.Die Wetterstation Villach-Lind selbst erfasste bis Mitternacht 43,6 mm, während andere Messstellen im Stadtgebiet sogar noch höhere Mengen meldeten. Dies verdeutlicht einmal mehr die kleinräumigen Unterschiede bei sommerlichen Gewitterlagen.
Ruhige Nacht nach turbulenten Stunden
Nach Durchzug der Gewitter beruhigte sich das Wetter am Abend allmählich wieder. Der Luftdruck stieg rasch an und die Temperaturen pendelten sich bei angenehmen 17 bis 18 °C ein.
Der längste Tag des Jahres 2026 endete damit zwar deutlich kühler als er begonnen hatte, hinterließ aber eindrucksvolle Bilder, ein sehenswertes Zeitraffervideo und mit 43,6 mm Niederschlag auch die bislang ergiebigste Gewitterlage des Sommers in Villach-Lind.