Erst Gewitter und Starkregen, danach bleibt die Prognose schwierig

Nach dem hochsommerlichen Mittwoch mit nochmals über 30 °C in Villach-Lind steht ab Donnerstag, 20. August 2026, eine deutlich wechselhaftere Wetterphase bevor. Und diesmal könnte tatsächlich etwas mehr Niederschlag zusammenkommen. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht: Der erste Regen fällt voraussichtlich überwiegend schauer- und gewitterartig, wodurch die Mengen selbst innerhalb des Villacher Beckens enorm unterschiedlich ausfallen können.

Auch danach ist keine stabile kühlere Wetterphase in Sicht. Zwar sinken die Temperaturen am Freitag und Samstag deutlich, anschließend deutet sich jedoch bereits wieder eine langsame Erwärmung an. In der erweiterten Prognose taucht sogar erneut hochsommerliches bis möglicherweise heißes Wetter auf.

Die kommenden sieben Tage haben damit fast alles zu bieten: Hitze, Gewitter, Starkregen, kühlere Phasen – und anschließend möglicherweise schon wieder einen neuen Anlauf des Sommers.

Großwetterlage: Kärnten gerät an eine Luftmassengrenze

Über Mitteleuropa stellt sich die Wetterlage grundlegend um. Die sehr warme Luft über dem Alpenraum wird von Westen beziehungsweise Nordwesten zunehmend bedrängt. Tiefdruckgebiete über Nord- und Nordwesteuropa lenken feuchtere und labil geschichtete Luft Richtung Alpen.

Auf den Höhenkarten ist die Grenze zwischen der deutlich kühleren Luft über Nordwest- und Mitteleuropa und der weiterhin sehr warmen Luft über Südeuropa ausgesprochen gut erkennbar. Kärnten liegt dabei zunächst noch auf der warmen Seite dieser Luftmassengrenze.

Genau diese Konstellation ist für die Gewitterentwicklung interessant: Warme und zunehmend feuchte Luft liegt über dem Alpenraum, während von Westen dynamischere Luft heranrückt. Eine klassische Ausgangslage für kräftige Schauer und Gewitter.

Eine nachhaltige Einströmung wirklich kalter Luft zeichnet sich allerdings nicht ab. Die 850-hPa-Temperaturen bleiben für die Jahreszeit insgesamt relativ hoch. Der Wetterumschwung beendet daher zunächst die Hitze, aber keineswegs den Sommer.

Donnerstag, 20. August: Erst nochmals heiß – dann steigt das Unwetterpotenzial

Der Donnerstag dürfte der meteorologisch interessanteste Tag der Woche werden.

Die Nacht verläuft ausgesprochen mild. Im Villacher Becken sind Tiefstwerte um 19 °C wahrscheinlich, lokal könnte es in dichter bebauten Stadtteilen sogar knapp für eine weitere Tropennacht reichen.

Am Vormittag und über Mittag gibt es zunächst noch längere sonnige Abschnitte. Dadurch kann sich die Luft nochmals kräftig aufheizen.

Erwartete Höchsttemperatur:

etwa 29 bis 31 °C

Damit wäre nochmals ein Hitzetag möglich. Doch gleichzeitig nimmt die Schwüle zu und die Atmosphäre wird zunehmend labil.

Nach den aktuellen hochauflösenden Modellrechnungen steigt das Gewitterrisiko besonders ab dem frühen bis mittleren Nachmittag deutlich an. ICON-D2 und SuperHD zeigen kräftige Entwicklungen im Bereich Norditalien, Osttirol, Oberkärnten und später auch im Raum Villach.

Dabei sind:

  • Starkregen
  • kräftige Böen
  • hohe Blitzaktivität
  • lokal Hagel

möglich.

Besonders kritisch könnte erneut der Übergangsbereich von Friaul über die Karnischen Alpen und das Gailtal bis in den Villacher Raum werden.

Ein weiteres Szenario ist anschließend die Verclusterung einzelner Gewitterzellen. Dann könnten aus einzelnen Gewittern größere Niederschlagsgebiete entstehen, die auch am Abend und in der ersten Nachthälfte noch für kräftigen Regen sorgen. Die Wahrscheinlichkeit für messbaren Niederschlag liegt derzeit bei rund 68 %. Als mittlere Niederschlagsmenge werden etwa 11 mm berechnet – die Spannweite reicht allerdings lokal bis deutlich über 30 mm. Genau dieser enorme Unterschied zeigt das Hauptproblem der Prognose: Trifft eine kräftige Gewitterzelle einen Ort direkt, können innerhalb kurzer Zeit 20, 30 oder noch mehr Liter pro Quadratmeter fallen. Wenige Kilometer daneben bleibt es möglicherweise bei wenigen Millimetern.

Freitag, 21. August: Deutlich kühler und wahrscheinlich weiterhin nass

Nach dem Durchgang der Gewitter beziehungsweise der Störung ist die große Hitze zunächst vorbei. Der Freitag dürfte wesentlich wolkenreicher verlaufen und zeitweise weiteren Regen bringen.

Temperatur:

17 bis etwa 23 °C

Damit liegen die Höchstwerte rund 7 bis 8 Grad unter Donnerstag. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf rund 97 % – der Freitag ist damit aktuell der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für Regen. Interessant ist allerdings wieder die erwartete Menge. Der Mittelwert liegt nur bei etwa 5 bis 6 mm, die mögliche Spannweite reicht aber bis ungefähr 45 mm. Das zeigt erneut: Auch hier können eingelagerte Schauer oder Gewitter lokal erheblich größere Mengen bringen. Von einem klassischen, gleichmäßigen Landregen über viele Stunden ist derzeit noch keineswegs sicher auszugehen.

Samstag, 22. August: Kühlster Tag – aber keineswegs kalt

Der Samstag könnte der kühlste Tag dieser Wetterphase werden.

Erwartete Temperaturen:

17 bis 22 °C

Für Ende August fühlt sich das nach den vergangenen Hitzewochen zwar beinahe herbstlich an, meteorologisch ist das aber alles andere als außergewöhnlich kalt. Die Sonne dürfte sich nur zeitweise zeigen. Einzelne Schauer bleiben möglich. Niederschlagswahrscheinlichkeit: rund 74 % Erwartete Menge: etwa 2 mm Damit deutet sich bereits eine langsame Wetterberuhigung an.

Sonntag, 23. August: Langsame Erholung

Am Sonntag könnten die freundlicheren Abschnitte wieder deutlich zunehmen.

Die Temperaturen steigen voraussichtlich wieder auf ungefähr:

24 bis 26 °C

Auch die Niederschlagsneigung geht zurück. Einzelne Schauer bleiben zwar möglich, größere Regenmengen sind nach jetzigem Stand aber nicht das wahrscheinlichste Szenario. Niederschlagswahrscheinlichkeit: etwa 54 % Berechnete Menge: nur rund 1 mm. Damit könnte der Sonntag zumindest phasenweise wieder recht brauchbares Ausflugswetter bringen.

Montag, 24. August: Wieder sommerlicher

Der Trend zeigt für Montag Temperaturen um:

25 bis 27 °C

Die Sonne dürfte wieder häufiger zum Vorschein kommen, allerdings bleibt die Wetterlage noch nicht vollständig stabil. Mit etwa 64 % Niederschlagswahrscheinlichkeit sind erneut einzelne Schauer oder Gewitter möglich. Die erwartete Niederschlagsmenge liegt derzeit um 3 mm, die Modellspannweite reicht jedoch bis über 20 mm.

Dienstag, 25. August: Schon wieder Gewitterpotenzial?

Der Dienstag fällt in den aktuellen Ensembleprognosen besonders auf.

Bei Temperaturen um:

24 bis 26 °C

steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit wieder auf etwa 79 %.

Der Mittelwert der berechneten Niederschlagsmenge liegt sogar bei ungefähr 12 mm, einzelne Ensemblemitglieder zeigen über 30 mm. Auch Gewittersignale tauchen wieder auf. Das könnte auf eine weitere Störung hindeuten, die nach kurzem Zwischenhocheinfluss erneut feuchtere Luft in den Alpenraum führt. Allerdings ist diese Entwicklung in fast einer Woche Entfernung naturgemäß noch sehr unsicher.

Mittwoch, 26. August: Möglicherweise Wetterberuhigung

Für Mittwoch sieht die aktuelle Prognose deutlich ruhiger aus.

Temperaturen:

etwa 23 bis 25 °C

Die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinkt auf ungefähr 25 %, die berechnete mittlere Regenmenge liegt sogar bei 0 mm.

Sollte sich dieses Szenario durchsetzen, könnte sich erneut Zwischenhocheinfluss etablieren.

Wie viel Regen kommt tatsächlich?

Genau das bleibt die spannendste Frage. Nach den derzeitigen Modellen besteht zwischen Donnerstag und Dienstag mehrfach die Chance auf Regen. Addiert man lediglich die derzeitigen Mittelwerte, ergeben sich grob:

30 bis 35 mm innerhalb einer Woche.

Das wäre nach der langen trockenen und heißen Phase durchaus willkommen. Doch diese Zahl darf nicht als konkrete Prognose für Villach-Lind verstanden werden. Der Grund: Ein großer Teil des Niederschlags dürfte konvektiv, also durch Schauer und Gewitter entstehen. Damit ist theoretisch alles möglich: Einige Orte könnten bis zum Wochenende nur 10 bis 20 mm erhalten, während andere bei mehreren Volltreffern 40, 50 mm oder noch deutlich mehr bekommen. Die Modellkarten der vergangenen Tage zeigen genau diese enorme räumliche Streuung.

Für die ausgetrockneten Böden wäre ein länger anhaltender, gleichmäßiger Regen wesentlich hilfreicher als ein kurzer Wolkenbruch. Ob sich nach den Gewittern auch größere stratiforme Regengebiete entwickeln, wird deshalb entscheidend sein.

Große Unsicherheit – und genau deshalb viel Wetterpotenzial

Die Wetterlage der kommenden Tage ist außergewöhnlich interessant.

Die sichere Entwicklung ist derzeit eigentlich nur der erste Teil:

Donnerstag nochmals heiß → zunehmende Gewittergefahr → anschließend deutlich niedrigere Temperaturen.

Danach wird die Prognose schnell unsicherer. Schon kleine Verschiebungen der Luftmassengrenze entscheiden darüber, ob Kärnten unter trockenerer Luft liegt, mehrere Tage wechselhaft bleibt oder erneut stärker von feucht-warmer Luft und Gewittern erfasst wird. Auch beim Niederschlag ist deshalb eine enorme Bandbreite vorhanden. Aus heutiger Sicht spricht aber einiges dafür, dass die vollkommen trockene Hochsommerphase vorerst beendet wird. Ob daraus endlich der dringend benötigte ergiebige Regen wird, entscheidet sich wahrscheinlich erst sehr kurzfristig anhand der tatsächlichen Gewitterbahnen und der Frage, ob sich anschließend größere Regengebiete ausbilden.

Und der Sommer?

Der scheint sich auch danach noch nicht verabschieden zu wollen. ☀️⛈️🌧️

Stand der Prognose: Mittwochabend, 19. August 2026.
Gerade bei Gewittern können sich Zeitpunkt, Zugbahn und Niederschlagsmengen noch erheblich verändern.

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