Der meteorologische Sommer 2026 verabschiedete sich am Montag, dem 31. August, noch einmal standesgemäß. Tagsüber dominierte in Villach zunächst hochsommerliches Wetter, am Abend folgte schließlich doch noch das angekündigte Gewitter. Während der Durchgang in Villach-Lind vergleichsweise glimpflich verlief, trafen die Gewitter andere Teile Kärntens deutlich heftiger.
Noch einmal Hochsommer zum Abschluss
Nach einem sonnigen und rasch warmen Vormittag stiegen die Temperaturen am Nachmittag noch einmal bis an beziehungsweise über die 30-Grad-Marke. Auch in Villach wurde damit am letzten Tag des meteorologischen Sommers nochmals ein Hitzetag registriert.
In Villach-Stadt wurden 30,4 °C erreicht. Im Klagenfurter Becken lagen die Höchstwerte verbreitet um 30 bis 31 °C, im Lavanttal wurden lokal sogar etwa 33 °C gemessen. In Oberkärnten blieb es mit meist 26 bis 29 °C etwas weniger heiß.
Bereits am Nachmittag entstanden allerdings über den Bergen immer mächtigere Quellwolken. Die Atmosphäre war deutlich labiler geworden und die herannahende Kaltfront begann sich bemerkbar zu machen.
Zunächst tobten die Gewitter nördlich von Villach
Die ersten kräftigen Gewitter entwickelten sich weitgehend dort, wo es insbesondere ICON-D2 bereits angedeutet hatte: nördlich beziehungsweise nordwestlich des Villacher Beckens.
Über Oberkärnten, den Nockbergen und vor allem Teilen Mittel- und Nordkärntens entstanden zum Teil sehr kräftige Zellen. Besonders heftig traf es den Bezirk St. Veit an der Glan. Dort wurde örtlich Großhagel von etwa 4 bis 5 Zentimetern beobachtet.
Im Metnitztal richteten Sturm, Hagel und Starkregen Schäden an. Laut ORF Kärnten wurden allein in Grades 64 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Überflutete Keller, umgestürzte Bäume und teilweise abgedeckte Dächer führten zu zahlreichen Einsätzen. Insgesamt mussten die Feuerwehren in Kärnten rund 25 Mal ausrücken.
Auch außerhalb Kärntens zeigte die Wetterlage ihr enormes Potenzial. Im Salzburger Land, unter anderem in Wagrain, türmten sich nach heftigen Hagelschauern regelrechte Hagelberge auf.
Villach bekam das Gewitter schließlich doch noch
Lange sah es so aus, als würde Villach, ähnlich wie bereits einige Tage zuvor, zwischen den kräftigeren Zellen hindurchkommen.
Am Abend war Richtung Spittal zunächst über längere Zeit intensives Wetterleuchten zu beobachten. Eine Gewitterzelle südwestlich von Spittal verlagerte sich anschließend mit ungefähr 40 km/h ostwärts und näherte sich gegen 22 Uhr dem Villacher Raum.
Kurz vor dem Eintreffen frischte der Wind in Lind kräftig auf. Die Stationsaufzeichnung zeigt Böen von knapp 50 km/h. Unmittelbar danach fiel die Temperatur innerhalb kurzer Zeit deutlich ab.
Noch eindrucksvoller als der Niederschlag war die Blitzaktivität: Richtung Dobratsch und westlich von Villach konnte mehrfach kräftiges Wolken- und Erdblitzen beobachtet werden.
Der Niederschlag selbst blieb dagegen überschaubar. In Villach-Lind kamen insgesamt rund 4 mm Regen zusammen.
Die Temperaturkurve zeigt den Frontdurchgang ausgesprochen gut: Am Nachmittag wurden noch knapp 30 °C erreicht, gegen 22 Uhr lagen wir zunächst noch bei gut 21 °C. Mit Gewitter und Regen sackte die Temperatur anschließend innerhalb kurzer Zeit auf etwa 16 bis 17 °C ab. Am frühen Dienstagmorgen wurden schließlich rund 14 °C erreicht.
Wie gut waren SuperHD und ICON-D2?
Im Rückblick ist die Modellleistung durchaus interessant, denn die beiden hochaufgelösten Modelle hatten unterschiedliche Varianten angeboten.
ICON-D2 lag mit der räumlichen Verteilung insgesamt ziemlich gut. Das Modell ließ den Schwerpunkt der kräftigsten Gewitter nördlich von Villach über Ober- und Mittelkärnten ziehen. Genau dort entstanden schließlich auch die markantesten Zellen mit Starkregen, Sturm und Großhagel.
Für Villach selbst rechnete ICON-D2 eher mit einem späteren Niederschlagsdurchgang und auch das traf die tatsächliche Entwicklung überraschend gut. Am Ende erreichte uns zwar ein Gewitter, es blieb aber wesentlich schwächer als die Unwetter weiter nördlich.
SuperHD war in den früheren Läufen offensiver. Zeitweise wurde für den Villacher Raum eine deutlich ausgeprägtere Gewitter- und Böenlinie simuliert. Die späteren Berechnungen nahmen dieses Szenario jedoch zunehmend zurück und ließen die kräftigsten Entwicklungen ebenfalls weiter nördlich beziehungsweise nordöstlich ablaufen.
Damit kann man zusammenfassen:
Der zeitliche Ablauf der Front wurde von beiden Modellen gut erfasst. ICON-D2 hatte beim Schwerpunkt der stärksten Gewitter die Nase vorne. SuperHD überschätzte zwischenzeitlich die direkte Unwettergefahr für Villach, korrigierte dies aber in seinen späteren Läufen.
Eine punktgenaue Gewitterprognose ist selbst wenige Stunden vorher weiterhin schwierig, besonders im komplexen Gelände Kärntens können wenige Kilometer über Starkregen und Hagel oder nahezu trockenes Wetter entscheiden.
Ein passender Schlusspunkt unter den Sommer 2026
So bekam der letzte meteorologische Sommertag noch einmal fast alles zu bieten, was diesen Sommer geprägt hat: Hitze, Sonne, mächtige Quellwolken, schwere Gewitter in Teilen Kärntens und schließlich auch in Villach Blitz, Wind, Regen und eine deutliche Abkühlung.
Für Villach verlief der Abend mit rund 4 mm Regen und Böen knapp unter 50 km/h vergleichsweise harmlos. Nur wenige Kilometer weiter nördlich zeigte die Atmosphäre dagegen noch einmal eindrucksvoll, welches Unwetterpotenzial in ihr steckte.
Ein durchaus würdiger Abschluss eines außergewöhnlich heißen und gewitterreichen Sommers 2026.