Wetterumschwung ab Mittwoch, dem 9. September 2026

Nach mehreren ungewöhnlich warmen Septembertagen kündigt sich in Kärnten nun ein markanter Wetterwechsel an. Am heutigen Dienstag liegt Villach noch in ausgesprochen warmer Luft, doch von Westen nähert sich eine Kaltfront. Gleichzeitig entwickelt sich südlich der Alpen eine deutlich feuchtere Wetterlage. Gerade diese Kombination dürfte dafür sorgen, dass aus einem zunächst klassischen Frontdurchgang im weiteren Verlauf eine wesentlich niederschlagsreichere Wetterphase wird.

Vor der Front liegt noch einmal sehr warme Luft über Kärnten

Wie ungewöhnlich mild die Luftmasse derzeit noch ist, zeigt besonders deutlich die Temperatur in rund 1.500 Metern Höhe beziehungsweise auf 850 hPa. SuperHD berechnet für Mittwochvormittag über Kärnten noch Werte um +16 bis +17 °C, örtlich sogar etwas darüber.

Das ist für Anfang September eine ausgesprochen warme Luftmasse. Solange diese Warmluft noch über Kärnten liegt und die Sonne zumindest zeitweise mitspielt, wären am Mittwoch theoretisch noch einmal sommerliche Temperaturen möglich. Allerdings beginnt gleichzeitig die Bewölkung zuzunehmen und erste Niederschläge nähern sich von Westen. Deshalb dürfte die tatsächlich erreichbare Höchsttemperatur stark davon abhängen, wie schnell die Front vorankommt.

Der große Temperatursprung erfolgt also zunächst weniger spektakulär als vielleicht erwartet: Die warme Luft wird nicht schlagartig am Mittwochmorgen ausgeräumt, sondern erst im Verlauf der Wetterverschlechterung zunehmend verdrängt.

Mittwoch: Von Westen wird es zunehmend unbeständig

SuperHD und ICON-D2 zeigen grundsätzlich eine ähnliche Entwicklung, auch wenn sie bei der exakten Lage und beim Timing der Niederschläge noch Unterschiede haben.

Am Mittwochvormittag liegt der Schwerpunkt der ersten Frontniederschläge zunächst eher westlich und nordwestlich von Villach. Vor allem Osttirol und Oberkärnten geraten früher in den Einflussbereich der Front. Rund um Villach kann es dagegen zunächst noch längere trockene Abschnitte geben.

Im Tagesverlauf rückt die Front dann weiter nach Osten. Die Wolken werden dichter und erste Schauer erreichen zunehmend auch den Raum Villach. Einzelne eingelagerte Gewitter sind nicht ausgeschlossen, da unmittelbar vor der Front noch relativ warme und feuchte Luft vorhanden ist.

Das Entscheidende ist jedoch: Der Frontdurchgang allein dürfte noch nicht das Ende der Geschichte sein.

Hinter der Kaltfront dreht die Strömung zunehmend auf Süd

Die großräumige Wetterlage wird anschließend komplizierter. Während die Kaltfront von Nordwesten über die Alpen zieht, befindet sich über dem Mittelmeer weiterhin sehr feuchte Luft.

Südlich beziehungsweise südwestlich der Alpen kann sich dadurch ein Tiefdruckgebiet beziehungsweise eine Tiefdruckrinne etablieren. Damit wird feuchte Mittelmeerluft gegen die Südalpen geführt.

Und genau hier liegt das Potenzial für deutlich größere Regenmengen.

Kärnten befindet sich dann zeitweise im Übergangsbereich zwischen der von Norden einfließenden kühleren Luft und der sehr feuchten Luft aus dem Mittelmeerraum. Vor allem an den Julischen Alpen, Karnischen Alpen und Karawanken kann die Strömung zusätzlich orografisch gehoben werden.

Das bedeutet: Aus einzelnen Schauern kann zunehmend länger anhaltender und zeitweise kräftiger Regen werden.

Donnerstag dürfte der eigentliche Regentag werden

Nach dem derzeitigen Modelltrend dürfte der Donnerstag wettertechnisch der deutlich unangenehmere Tag werden.

Die sommerlichen Temperaturen sind dann vorbei. Bei dichter Bewölkung und länger anhaltendem Regen könnten die Temperaturen im Raum Villach teilweise nur noch im Bereich um 15 bis knapp 20 °C liegen. Gegenüber den zuletzt knapp 30 °C wäre das ein markanter Absturz.

Dabei muss nicht jede Stunde gleich stark regnen. Allerdings sprechen sowohl die großräumige Wetterlage als auch die Modellberechnungen dafür, dass es immer wieder längere Niederschlagsphasen geben kann.

Besonders südlich von Villach können die Regenmengen deutlich höher ausfallen.

Große Niederschlagsmengen südlich der Karawanken

Sehr eindrucksvoll sind die aufsummierten Niederschlagskarten bis Samstagabend.

Sowohl ICON als auch ECMWF zeigen einen klaren Schwerpunkt über Friaul, Westslowenien und dem Bereich zwischen Udine, Gorizia, Triest und Ljubljana.

Dort werden teilweise enorme Mengen simuliert:

ICON berechnet regional 100 bis 200 mm, in einzelnen Gebieten sogar noch mehr. Auch ECMWF zeigt südlich der Alpen verbreitet 100 bis 150 mm, lokal ebenfalls deutlich darüber.

Das ist ein wichtiges Signal: Beide Modelle sehen unabhängig voneinander einen ausgeprägten Niederschlagsschwerpunkt südlich der Alpen.

Wie viel Regen bekommt Villach?

Für Villach liegen wir deutlich nördlich dieses extremen Niederschlagszentrums.

Nach den aktuellen Karten erscheint für den Großraum Villach bis Samstag eine Größenordnung von ungefähr 40 bis 60 mm durchaus realistisch.

Dabei gibt es allerdings noch eine erhebliche räumliche Unsicherheit.

Schon wenige Kilometer weiter südlich Richtung Arnoldstein, Karawanken und Slowenien steigen die berechneten Summen deutlich an. Dort sind teilweise 60 bis 80 mm oder mehr möglich.

Die genaue Lage dieser Niederschlagsgrenze ist entscheidend. Verschiebt sich das Tief beziehungsweise die stärkste Südströmung etwas weiter nach Norden, könnten auch Villach und das südliche Kärnten deutlich höhere Mengen bekommen. Bleibt der Schwerpunkt dagegen etwas weiter südlich, würden wir in Villach mit wesentlich moderateren Summen davonkommen.

ICON und ECMWF: Bemerkenswert ähnliche Grundidee

Interessant ist, dass sich ICON und ECMWF bei der großräumigen Verteilung derzeit relativ ähnlich sind.

Beide Modelle zeigen:

  • einen extrem nassen Schwerpunkt südlich der österreichischen Grenze,
  • deutlich steigende Niederschlagsmengen Richtung Karawanken,
  • geringere, aber trotzdem relevante Regenmengen im Villacher Becken,
  • einen markanten Temperatursturz ab Donnerstag.

Genau diese Übereinstimmung macht die Entwicklung ernst zu nehmen.

Bei der exakten Regenmenge für Villach sollte man allerdings noch vorsichtig sein. Gerade bei einem Italientief können bereits Verschiebungen von 50 bis 100 Kilometern einen erheblichen Unterschied machen.

Der mögliche Ablauf für Villach

Aus heutiger Sicht könnte sich die Wetterentwicklung ungefähr so darstellen:

Mittwoch: zunächst noch recht mild und zeitweise trocken. Im Tagesverlauf zunehmend bewölkt, von Westen erste Schauer. Später deutlich unbeständiger.

Mittwochabend/Nacht: die Niederschläge werden häufiger. Stellenweise kann es auch kräftiger regnen, eventuell noch mit einzelnen Gewittern.

Donnerstag: wahrscheinlich der nasseste und deutlich kühlste Abschnitt. Immer wieder Regen, zeitweise auch länger anhaltend und kräftig.

Freitag: vermutlich weiterhin wechselhaft und zeitweise nass, allerdings hängt das stark von der genauen Position des Tiefs ab.

Bis Samstag: allmählich dürfte sich die Lage wieder beruhigen. Die bis dahin aufsummierten Regenmengen könnten im Raum Villach nach aktuellem Stand ungefähr 40 bis 60 mm erreichen.

Fazit

Der bevorstehende Wetterwechsel ist mehr als nur eine gewöhnliche Kaltfront. Zunächst wird die außergewöhnlich warme Septemberluft ausgeräumt, anschließend könnte sich durch ein Tief südlich der Alpen eine ausgeprägte Südstaulage entwickeln.

Für Villach sieht es derzeit nach einem Wechsel von spätsommerlichem Wetter zu deutlich kühleren, nassen und zeitweise kräftig verregneten Verhältnissen aus. Noch wesentlich größere Regenmengen werden derzeit südlich der Karawanken über Slowenien und Friaul gerechnet.

Gerade die genaue Lage dieses Niederschlagsschwerpunktes sollte man in den nächsten Modellläufen genau beobachten. Schon kleine Verschiebungen könnten darüber entscheiden, ob Villach am Ende 30, 50 oder vielleicht deutlich mehr als 60 Liter pro Quadratmeter bekommt.

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