Zwischen Starkregen und außergewöhnlicher Hitze

Der Juni 2026 zeigte sich in Villach-Lind von sehr unterschiedlichen Seiten. Auf sommerliche Tage folgten wiederholt markante Regenereignisse und deutliche Temperaturrückgänge. Ab der Monatsmitte setzte sich schließlich zunehmend heißes Hochsommerwetter durch.

Besonders außergewöhnlich war die zweite Junihälfte: Zwischen dem 18. und 30. Juni wurden innerhalb von nur 13 Tagen insgesamt zwölf Hitzetage mit mindestens 30 °C registriert. Gleichzeitig konzentrierte sich ein großer Teil des Monatsniederschlags auf lediglich drei Tage.

Die wichtigsten Monatswerte

WettergrößeJuni 2026
Durchschnittstemperatur20,1 °C
Höchste Temperatur34,5 °C
Niedrigste Temperatur6,9 °C
Sommertage ab 25 °C22
Hitzetage ab 30 °C12
Tropennächte ab 20 °C0
Niederschlag164,8 mm
Mittlere Luftfeuchtigkeit74,7 %
Mittlerer Luftdruck1.017,0 hPa
Stärkste Windböe59,2 km/h
Mittlere Solarstrahlung241,4 W/m²

Deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt

Die mittlere Temperatur erreichte im Juni 20,1 °C. Das langjährige Juni-Mittel für Villach liegt bei 16,8 °C. Der Juni 2026 war somit um 3,3 °C wärmer als üblich.

Auch die durchschnittlichen Tageshöchstwerte fielen ungewöhnlich hoch aus. Sie lagen bei 27,8 °C und damit um 6,7 °C über dem klimatologischen Vergleichswert von 21,1 °C. Die Nächte waren mit durchschnittlich 14,0 °C ebenfalls wärmer als im langjährigen Mittel von 11,5 °C.

Die Niederschlagsmenge blieb dagegen nahe am Durchschnitt. Mit 164,8 mm fielen lediglich 10,2 mm beziehungsweise rund 6 % weniger als im langjährigen Juni-Mittel von 175 mm.

Wechselhafter Start in den Sommermonat

Der Juni begann in Villach-Lind freundlich und frühsommerlich. Am 1. Juni wurden bereits 25,1 °C erreicht. Nach einem weiteren milden Tag folgte am 3. Juni ein erster markanter Wetterwechsel.

Bei nur 17,9 °C fielen an diesem Tag 31,6 mm Regen. Der Luftdruck sank bis auf 1.005,9 hPa und erreichte damit seinen niedrigsten Wert des Monats. Auch die Solarstrahlung blieb aufgrund der dichten Bewölkung deutlich eingeschränkt.

Nach einer kurzen Wetterbesserung wurde am 4. Juni wieder die Sommertagsschwelle von 25 °C überschritten. Bereits am 5. Juni folgte jedoch der nächste kühle und nasse Tag: Die Höchsttemperatur erreichte nur 15,3 °C, während weitere 11,2 mm Regen fielen.

Ab dem 6. Juni stabilisierte sich das Wetter vorübergehend. Die Temperaturen stiegen rasch an und erreichten am 8. Juni bereits 29,3 °C. Damit deutete sich erstmals an, welches sommerliche Potenzial in der Luftmasse steckte.

Tief NESRIN bringt knapp 59 mm Regen

Zur Monatsmitte stellte sich die Wetterlage erneut grundlegend um. Das Tief NESRIN führte feuchte Luft aus südlichen Richtungen an die Alpen und sorgte besonders entlang der Karnischen Alpen und Karawanken für ergiebige Niederschläge.

In Villach-Lind setzte am 9. Juni Regen ein. Der Schwerpunkt folgte am 10. Juni: Bei einem Tagesmaximum von nur 16,2 °C wurden 48,6 mm Niederschlag registriert. Die mittlere Luftfeuchtigkeit lag bei außergewöhnlich hohen 93,49 %. Selbst der niedrigste Wert des Tages betrug noch 90,2 %.

Zwischen dem 9. und 11. Juni fielen insgesamt:

  • 4,6 mm am 9. Juni,
  • 48,6 mm am 10. Juni,
  • 5,6 mm am 11. Juni.

Damit brachte das Ereignis innerhalb von drei Tagen 58,8 mm Regen. Der 10. Juni war zugleich der niederschlagsreichste und strahlungsärmste Tag des Monats. Die mittlere Solarstrahlung erreichte lediglich 42,74 W/m².

Am Morgen des 11. Juni wurde mit 96 % die höchste relative Luftfeuchtigkeit des Monats gemessen.

Kalte Nacht, danach rasche Erwärmung

Nach dem Abzug des Regengebiets klarte der Himmel auf. Dadurch konnte die Temperatur in der Nacht zum 12. Juni stark zurückgehen. Um 03:10 Uhr wurden nur 6,9 °C gemessen – der niedrigste Wert des Monats.

Die Abkühlung war allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits am 13. Juni stieg die Temperatur wieder auf 29,5 °C. Der 14. Juni brachte bei einem Höchstwert von 27,4 °C erneut freundliches Sommerwetter.

In der Nacht zum 15. Juni zog ein Gewitter über Villach-Lind und brachte 6,8 mm Regen. Der Montag verlief danach mit maximal 24,6 °C etwas kühler und ruhiger. Unter zunehmendem Einfluss von Hoch FALK setzte sich rasch wieder sonniges Wetter durch.

Hochsommer übernimmt ab dem 18. Juni

Am 18. Juni begann die außergewöhnlichste Wetterphase des Monats. Erstmals wurde mit 30,2 °C die Hitzetagsschwelle überschritten. Bereits am folgenden Tag stieg die Temperatur auf 33,7 °C.

Zwischen dem 18. und 21. Juni wurden vier Hitzetage in Folge registriert:

TagHöchsttemperatur
18. Juni30,2 °C
19. Juni33,7 °C
20. Juni32,2 °C
21. Juni31,0 °C

Am 19. Juni erreichte die gefühlte Temperatur sogar 37,7 °C. Trotz am Nachmittag sinkender relativer Luftfeuchtigkeit war die Wärmebelastung damit erheblich.

Kräftiges Gewitter am 20. Juni

Die Hitze wurde am 20. Juni von einem intensiven Gewitter unterbrochen. Innerhalb des Tages fielen 43,6 mm Regen. Um 17:10 Uhr erreichte die Niederschlagsrate kurzzeitig 102,2 mm/h.

Dieser Wert beschreibt die momentane Regenintensität und nicht eine über eine ganze Stunde gefallene Menge. Er zeigt dennoch, wie kräftig der Wolkenbruch zeitweise ausfiel.

Begleitet wurde das Gewitter von einer Windspitze von 59,2 km/h. Dies war die stärkste Böe des Monats. Zugleich sank der Luftdruck während des Ereignisses vorübergehend, ehe sich das Wetter wieder beruhigte.

Nur ein Tag unterbricht die Hitzeserie

Am 22. Juni blieb die Temperatur mit 29,8 °C knapp unter der Hitzetagsschwelle. Von einer nachhaltigen Abkühlung konnte jedoch keine Rede sein.

Bereits am 23. Juni wurden wieder 30,7 °C erreicht. Damit begann eine Serie von acht Hitzetagen in Folge, die bis zum Monatsende anhielt:

TagHöchsttemperatur
23. Juni30,7 °C
24. Juni31,1 °C
25. Juni33,2 °C
26. Juni32,7 °C
27. Juni33,6 °C
28. Juni33,6 °C
29. Juni34,5 °C
30. Juni32,4 °C

Damit wurden zwischen dem 18. und 30. Juni an zwölf von 13 Tagen mindestens 30 °C gemessen.

Heißester Tag am 29. Juni

Der Höhepunkt der Hitze wurde am 29. Juni erreicht. Um 17:30 Uhr stieg die Temperatur auf 34,5 °C. Das Tagesmittel lag bei 25,83 °C und war ebenfalls das höchste des Monats.

In der Nacht war die Temperatur zuvor nicht unter 19,4 °C gefallen. Damit wurde die Schwelle für eine Tropennacht von 20 °C nur knapp verfehlt. Über den gesamten Juni hinweg gab es an der Wetterstation keine Tropennacht.

Am Nachmittag des 29. Juni sank die relative Luftfeuchtigkeit auf 31,1 % und erreichte damit ihr Monatsminimum. Dies war ein deutlicher Gegensatz zur nahezu gesättigten Luft während des Regenereignisses am 10. Juni.

Sieben trockene Tage zum Monatsende

Der letzte messbare Niederschlag fiel am 23. Juni mit 5,2 mm. Vom 24. bis einschließlich 30. Juni blieb es vollständig trocken.

Diese siebentägige Trockenphase fiel genau mit dem heißesten und strahlungsreichsten Abschnitt des Monats zusammen. Die höchsten mittleren Solarstrahlungswerte wurden am 26. und 27. Juni mit 312,39 beziehungsweise 316,89 W/m² registriert.

Trotz einzelner eindrucksvoller Gewitterentwicklungen entlang der umliegenden Berge blieb Villach-Lind während der letzten Monatswoche von Niederschlag weitgehend verschont.

Drei Tage liefern drei Viertel des Monatsregens

Die Niederschläge waren im Juni sehr ungleichmäßig verteilt. Die drei niederschlagsreichsten Tage waren:

TagNiederschlagAnteil am Monat
10. Juni48,6 mm29,5 %
20. Juni43,6 mm26,5 %
3. Juni31,6 mm19,2 %

Zusammen brachten diese drei Tage 123,8 mm beziehungsweise rund 75 % des gesamten Monatsniederschlags.

An 16 Tagen wurde mindestens 0,1 mm Niederschlag gemessen. Nur zehn Tage erreichten jedoch mindestens 1 mm. Insgesamt blieben 14 Tage vollständig trocken.

Luftfeuchtigkeit zwischen 31 und 96 Prozent

Die mittlere relative Luftfeuchtigkeit lag bei 74,7 % und entsprach damit fast genau dem langjährigen Juni-Mittel von 74 %.

Hinter dem Durchschnitt verbargen sich große Unterschiede. Während der Regenphase stieg die Luftfeuchtigkeit bis auf 96 %. Am 10. Juni lag sogar das gesamte Tagesminimum noch über 90 %.

Während der Hitzeperiode sank die relative Luftfeuchtigkeit an den Nachmittagen dagegen teilweise unter 40 %. Der niedrigste Wert wurde am 29. Juni mit 31,1 % gemessen.

Dabei ist zu beachten, dass warme Luft wesentlich mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Auch eine relative Luftfeuchtigkeit um 45 oder 50 % kann bei Temperaturen über 30 °C daher bereits schwül und belastend wirken.

Luftdruck zeigt die Stabilisierung

Der Luftdruck lag im Monatsmittel bei 1.017,0 hPa. In der wechselhaften ersten Monatshälfte schwankten die Werte deutlich. Das Minimum von 1.005,9 hPa wurde am 3. Juni gemessen.

Ab dem 16. Juni setzte sich ein höheres und wesentlich stabileres Druckniveau durch. Der höchste Wert von 1.025,8 hPa wurde am 20. und 21. Juni erreicht.

Im Mittel lag der Luftdruck in der zweiten Monatshälfte um 4,3 hPa höher als in der ersten. Der beständige Hochdruckeinfluss unterstützte die lange sonnige und heiße Wetterphase, wobei für die Hitze zusätzlich die Herkunft der Luftmasse entscheidend war.

Meist schwachwindig, aber kräftige Gewitterböen

Abseits der Gewitter war der Juni ein windschwacher Monat. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit betrug lediglich 1,5 km/h. Die erfasste Windstrecke summierte sich auf 1.112,2 km.

Stärkere Böen traten hauptsächlich bei Wetterwechseln und Gewittern auf. Am 3. Juni wurden 43,7 km/h und am 5. sowie 10. Juni jeweils 41,1 km/h erreicht.

Das deutlichste Windereignis war das Gewitter am 20. Juni mit 59,2 km/h. Eine weitere auffällige Böe von 49,0 km/h wurde am 30. Juni gemessen.

Eine länger anhaltende Sturmphase gab es im Juni jedoch nicht.

Solarstrahlung spiegelt den Wetterverlauf wider

Die mittlere Solarstrahlung betrug im Juni 241,4 W/m². Die niedrigsten Werte traten erwartungsgemäß während der Regenereignisse auf. Am 10. Juni lag das Tagesmittel bei lediglich 42,74 W/m².

Die höchste kurzzeitige Strahlungsleistung wurde am 7. Juni um 12:20 Uhr mit 1.216,4 W/m² gemessen. Solche Momentanwerte können durch wechselnde Bewölkung und zusätzliche Streuung an Wolkenrändern verstärkt werden.

Für den Gesamtcharakter eines Tages sind die Tagesmittel aussagekräftiger. Das höchste Tagesmittel wurde am 27. Juni mit 316,89 W/m² erreicht.

Die zweite Monatshälfte war im Durchschnitt rund 21 % strahlungsreicher als die erste. Dies passt zur zunehmend sonnigen und trockenen Hochdruckphase.

Monatsvergleich

KennzahlJuni 2026Langjähriges Juni-MittelAbweichung
Mitteltemperatur20,1 °C16,8 °C+3,3 °C
Mittleres Tagesmaximum27,8 °C21,1 °C+6,7 °C
Mittleres Tagesminimum14,0 °C11,5 °C+2,5 °C
Niederschlag164,8 mm175 mm−10,2 mm
Luftfeuchtigkeit74,7 %74 %+0,7 Prozentpunkte

Die Solarstrahlung kann nicht unmittelbar mit den klimatologischen zehn Sonnenstunden pro Tag verglichen werden. Solarstrahlung und Sonnenscheindauer sind unterschiedliche Messgrößen.

Fazit: Ein Juni der großen Gegensätze

Der Juni 2026 war in Villach-Lind ein Monat der starken Gegensätze. Die erste Hälfte brachte wiederholt kühle, stark bewölkte und niederschlagsreiche Tage. Besonders markant waren die Regenereignisse am 3. und 10. Juni.

Ab dem 18. Juni übernahm der Hochsommer. Zwölf Hitzetage innerhalb von nur 13 Tagen, acht Hitzetage in Folge zum Monatsende und ein Höchstwert von 34,5 °C machten die zweite Monatshälfte außergewöhnlich heiß.

Trotz der langen Hitze- und Trockenphase lag der Monatsniederschlag mit 164,8 mm nur knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings fielen drei Viertel dieser Menge an lediglich drei Tagen. Das Gewitter vom 20. Juni stach mit 43,6 mm Regen, einer kurzfristigen Niederschlagsrate von 102,2 mm/h und einer Windböe von 59,2 km/h besonders hervor.

Unterm Strich war der Juni deutlich zu warm, annähernd durchschnittlich nass und in seiner zweiten Hälfte außergewöhnlich heiß und sonnig.

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