Die heißesten Tage des Jahres
Der August 2026 begann in Villach-Lind so heiß, wie der Juli geendet hatte. Die bereits Ende Juli einsetzende Hitzeperiode setzte sich ohne nennenswerte Unterbrechung fort und brachte bis zum 7. August elf aufeinanderfolgende Hitzetage mit mindestens 30 °C. Es war bereits die fünfte Hitzeperiode des Sommers 2026 und zugleich die bislang intensivste.
Zwischen dem 1. und 7. August wurde die 30-Grad-Marke an jedem einzelnen Tag überschritten. An fünf Tagen stieg die Temperatur sogar über 33 °C, an drei Tagen wurden mehr als 35 °C gemessen. Der Höhepunkt folgte am 4. August mit 36,5 °C an der Wetterstation Villach-Lind.
Damit blieb der bisherige Stationsrekord vom 26. Juni 2025 mit 36,6 °C lediglich um ein Zehntelgrad unangetastet.
Die Tageswerte vom 1. bis 7. August
| Datum | Tagesmittel | Höchstwert | Tiefstwert |
|---|---|---|---|
| 1. August | 23,26 °C | 32,0 °C | 17,6 °C |
| 2. August | 24,87 °C | 33,8 °C | 18,1 °C |
| 3. August | 25,85 °C | 35,2 °C | 19,1 °C |
| 4. August | 26,72 °C | 36,5 °C | 18,8 °C |
| 5. August | 26,89 °C | 36,1 °C | 19,4 °C |
| 6. August | 24,39 °C | 35,6 °C | 18,6 °C |
| 7. August | 23,08 °C | 31,2 °C | 17,8 °C |
Das durchschnittliche Tagesmittel dieser ersten sieben Augusttage lag bei rund 25,0 °C. Die mittlere Höchsttemperatur erreichte außergewöhnliche 34,3 °C, während selbst die Nächte im Mittel nur auf etwa 18,5 °C abkühlten.
Rund fünf Grad über dem Augustmittel
Zum Vergleich: Das klimatologische Monatsmittel für August liegt in Villach-Stadt in der Periode 1991 bis 2020 bei 19,7 °C. Die durchschnittliche Höchsttemperatur beträgt 26,5 °C, die durchschnittliche Tiefsttemperatur 14,5 °C.
Die ersten sieben Tage des August 2026 lagen damit beim Tagesmittel rund 5,3 Grad über dem langjährigen Monatsmittel. Die mittleren Tageshöchstwerte übertrafen den Klimawert sogar um beinahe acht Grad.
Besonders deutlich wurde die Abweichung am 4. August: Das Tagesmittel von 26,72 °C lag rund 7 Grad über dem Augustmittel. Die Höchsttemperatur von 36,5 °C übertraf den durchschnittlichen Augusthöchstwert um genau 10 Grad, die Tiefsttemperatur von 18,8 °C lag etwa 4,3 Grad über dem Klimamittel.
Dabei ist zu beachten, dass hier eine kurze, außergewöhnlich heiße Phase mit den Mittelwerten eines gesamten Monats verglichen wird. Dennoch verdeutlichen die Zahlen, wie extrem der Start in den August ausgefallen ist.
4. August wird zum heißesten Tag des Jahres
Der 4. August stellte den vorläufigen Höhepunkt der Hitzewelle dar. In Villach-Lind wurden um 15:10 Uhr 36,5 °C gemessen. Die gefühlte Temperatur stieg zeitweise auf 38,5 °C.
Auch in Villach-Stadt wurde es mit 37,2 °C außergewöhnlich heiß. Damit blieb die Stadt zwar unter dem Wert vom 26. Juni 2025, als 37,9 °C gemessen worden waren, doch der 4. August zählte auch dort zu den heißesten Tagen der vergangenen Jahre.
In anderen Teilen Kärntens fiel die Hitze noch extremer aus. Zu den gemeldeten Höchstwerten gehörten:
- St. Andrä: 38,7 °C
- Ferlach: 38,1 °C
- Feldkirchen: 37,2 °C
- Villach-Stadt: 37,2 °C
- Pörtschach: 37,1 °C
- Dellach im Drautal: 36,6 °C
Am 5. August erreichte St. Andrä sogar 38,8 °C. In Villach-Lind wurden erneut 36,1 °C gemessen, ein neuer Stationsrekord blieb aber aus.
Tropennächte verschärften die Wärmebelastung
Nicht nur die Tageswerte waren bemerkenswert. Auch während der Nächte konnte sich die aufgeheizte Stadt kaum abkühlen.
In Villach-Stadt sank die Temperatur in der Nacht zum 5. August lediglich auf 20,8 °C, in der folgenden Nacht auf 20,6 °C. Damit wurden zwei Tropennächte in Folge registriert.
In Villach-Lind lagen die Tiefstwerte aufgrund der etwas günstigeren Lage jeweils knapp unter der 20-Grad-Marke. Dennoch waren auch dort die Nächte mit Tiefstwerten zwischen 18 und 19,4 °C ausgesprochen warm. Besonders belastend war die Kombination aus hohen Temperaturen und einer zeitweise erhöhten Luftfeuchtigkeit.
Gewitter zunächst nur in der Umgebung
Während der ersten Tage blieb Villach von ergiebigen Niederschlägen weitgehend ausgespart. Am 5. August bildeten sich kräftige Gewitter über den Julischen Alpen. Zunächst entstand eine markante Gewitterzelle rund um den Mangart, später folgte eine Neubildung unmittelbar über dem Mittagskogel.
Die mächtigen Quellwolken und Eisschirme waren von der Gerlitzen und aus Villach deutlich zu sehen. Donner war zeitweise bis zur Kammerhütte hörbar. Villach-Lind blieb jedoch trocken.
Am 6. August nahm die Gewittertätigkeit deutlich zu. Bereits am frühen Nachmittag entstanden erste Zellen über Oberkärnten und den Julischen Alpen. Später entwickelten sich mehrere Gewitter rund um Villach – unter anderem Richtung Gerlitzen, Gailtal und südwestlich des Stadtgebietes.
Das auffälligste Wetterelement war zunächst der Wind. An der Wetterstation Villach-Lind wurden Böen bis knapp 50 km/h registriert. Auf freien Flächen dürften sie teilweise noch stärker gewesen sein.
Das Gewitter am frühen Abend streifte den Standort lediglich. Es brachte einige eindrucksvolle Wolkenblitze, einen deutlichen Temperaturrückgang und nasse Straßen. In Lind fiel zunächst kaum messbarer Regen, während westliche Stadtteile und der Raum Landskron etwas mehr abbekamen. Insgesamt kamen am 6. August schließlich 1,6 mm zusammen.
7. August: Wieder über 30 Grad und abendliche Gewitter
Auch der 7. August brachte keine nachhaltige Abkühlung. Trotz des erfrischenderen Morgens stieg die Temperatur in Villach-Lind erneut auf 31,2 °C. Damit wurde der elfte Hitzetag in Folge registriert.
Am Nachmittag und Abend entstanden zahlreiche Schauer und Gewitter, die Villach zunächst in einem großen Bogen umgingen. Später zog eine Gewitterzelle nördlich vorbei und brachte vor allem Wind sowie einige Tropfen. Eine zweite Zelle passierte den Raum südlich und sorgte schließlich für etwas mehr Regen.
Einige kräftige Blitze im Raum Heiligengeist waren in weiten Teilen Villachs deutlich zu hören. Einen direkten Volltreffer gab es jedoch erneut nicht. Bis zum Tagesende wurden in Villach-Lind 7,0 mm Niederschlag gemessen.
Zusammen mit den weiteren nächtlichen Niederschlägen kamen bis zum Morgen des 8. August rund 14,2 mm zusammen. Nach der langen trockenen und heißen Phase war dieser Regen zumindest eine erste Entlastung für Gärten, Wälder und Böden.
Die Trockenheit bleibt dennoch eklatant
Der Regen der letzten beiden Tage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Trockenheit weiterhin ausgeprägt ist. Bis einschließlich 5. August fiel in Villach-Lind überhaupt kein messbarer Niederschlag. Erst die Gewitter und Schauer vom 6. und 7. August sowie der nachfolgende Nachtregen brachten wieder eine nennenswerte Menge.
Die Niederschlagsverteilung war dabei sehr ungleichmäßig. Während einzelne Bereiche unter kräftigen Gewittern deutlich mehr Regen erhielten, blieb es wenige Kilometer entfernt teilweise fast trocken. Genau diese kleinräumigen Unterschiede sind typisch für sommerliche Gewitterlagen.
Bis zum 7. August waren zunächst rund 9 mm in den dargestellten Tageswerten erfasst. Der kräftigere nächtliche Nachschub erhöhte die Gesamtsumme anschließend weiter auf 16,2 mm seit dem späteren Freitag beziehungsweise Samstagmorgen, je nach Auswertungszeitraum.
Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel fallen in Villach-Stadt im gesamten August rund 143 mm Niederschlag. Für eine belastbare Monatsbilanz ist es Anfang August natürlich noch viel zu früh. Der überwiegend trockene Beginn zeigt jedoch, dass noch erhebliche Niederschlagsmengen nötig wären, um das klimatologische Monatssoll zu erreichen.
Ein außergewöhnlicher Hochsommer
Die ersten sieben Augusttage 2026 waren in Villach-Lind von bemerkenswerter Hitze geprägt. Mit einem durchschnittlichen Tagesmaximum von mehr als 34 °C, drei Tagen über 35 °C und dem Jahreshöchstwert von 36,5 °C gehörte diese Phase zu den intensivsten Hitzeabschnitten seit Bestehen der Wetterstation.
Besonders außergewöhnlich war die Dauer: Bereits Ende Juli hatte die Serie begonnen und brachte insgesamt elf Hitzetage hintereinander. Gleichzeitig handelte es sich bereits um die fünfte Hitzeperiode des Sommers 2026.
Die Gewitter der letzten beiden Tage beendeten die Trockenheit zumindest vorübergehend und sorgten erstmals wieder für kühlere Luft. Eine grundlegende Entspannung der Niederschlagssituation ist damit allerdings noch nicht erreicht.
Ob der August 2026 insgesamt als außergewöhnlich heißer und trockener Monat in die Statistik eingehen wird, entscheidet sich erst in den kommenden Wochen. Sein Auftakt war jedenfalls bereits jetzt außergewöhnlich.