Nach frühsommerlichen Temperaturen am Montag mit knapp über 20 Grad erreichte am Dienstag, dem 12. Mai 2026, eine markante Kaltfront den Raum Villach. Innerhalb weniger Stunden kam es in Villach-Lind zu einem massiven Temperatursturz, anhaltendem Regen und sogar zu einem bemerkenswerten Wintereinbruch in den Bergen rund um die Stadt.
Bereits in den Morgenstunden setzte von Westen her teils kräftiger Regen ein. Die Schneefallgrenze sank im Tagesverlauf kontinuierlich ab und erreichte am Nachmittag in intensiveren Niederschlagsphasen sogar Höhen um etwa 500 bis 700 Meter. In Villach-Lind selbst ging der Regen zwischenzeitlich sogar kurzzeitig in Schneeregen über – ein außergewöhnliches Ereignis für Mitte Mai.
Temperatursturz innerhalb weniger Stunden

Besonders eindrucksvoll zeigte sich der Verlauf der Temperatur an der Wetterstation Villach-Lind. Während am Montag noch Höchstwerte knapp über 20 Grad erreicht wurden, brachte die Kaltfront am Dienstag nur noch maximal 12,4 Grad. Während der stärksten Niederschläge sackte die Temperatur zeitweise sogar auf nur noch 4 bis 5 Grad ab.
Der Temperaturverlauf zeigte dabei sehr eindrucksvoll die Dynamik der Front:
- Montag noch frühsommerliche Werte bis knapp 20°C
- In der Nacht erste Abkühlung
- Dienstagvormittag rascher Temperaturrückgang
- Während der intensivsten Niederschläge nur noch rund 4 bis 6°C
- Erst am späten Nachmittag wieder leichte Erwärmung mit einzelnen sonnigen Auflockerungen
Auch die gefühlte Temperatur lag zeitweise nur noch knapp über dem Gefrierpunkt.
21 Millimeter Regen in rund 24 Stunden

Die Kaltfront brachte endlich den lang ersehnten flächigen Landregen für den Zentralraum Kärnten. Seit Montagabend summierten sich an der Wetterstation Villach-Lind insgesamt rund 21 mm Niederschlag, davon alleine 15,8 mm am Dienstag.
Vor allem am späten Vormittag und zu Mittag regnete es zeitweise kräftig, ehe die Niederschläge am Nachmittag langsam nachließen. Gegen Abend setzte sich schließlich zunehmend die Sonne durch.
Ein Blick auf die Messstationen im Raum Villach zeigte allerdings deutliche Unterschiede:

- Villach-Lind: rund 15,7 mm
- Teilweise deutlich höhere Mengen im Süden und Südosten von Villach
- Lokal über 20 mm Niederschlag
- Einzelne Stationen lagen dagegen deutlich darunter
Die Unterschiede verdeutlichen einmal mehr die komplexen kleinräumigen Effekte im Villacher Becken.
Wintereinbruch in den Bergen
Besonders spektakulär präsentierte sich die Situation auf den umliegenden Bergen. Auf der Rosstratte wurden am Nachmittag bereits -2 Grad gemessen. Auch auf der Gerlitzen, dem Dobratsch sowie im Bereich der Villacher Alpe setzte sich winterliches Wetter durch.
Teilweise fiel bis in mittlere Lagen nasser Schnee. Die Webcams zeigten tief winterliche Verhältnisse mit angezuckerten Wäldern und schneebedeckten Almflächen – ein ungewöhnlicher Anblick mitten im Mai.
Vor allem oberhalb von etwa 1200 bis 1500 Metern blieb der Schnee zeitweise liegen. In höheren Regionen kam es sogar zu mehreren Zentimetern Neuschnee.
Welche Modelle lagen richtig?
Bereits am Vortag zeigten die Wettermodelle deutliche Unterschiede bei den prognostizierten Niederschlagsmengen.
ICON-D2 mit guter Tendenz
Das ICON-D2-Modell erkannte die markante Abkühlung sowie die kräftigsten Niederschläge recht gut. Auch die tiefe Schneefallgrenze wurde frühzeitig angedeutet. Bei den Niederschlagsmengen lag ICON-D2 insgesamt relativ nahe an den tatsächlich gemessenen Werten.
ECMWF etwas zurückhaltender
Das ECMWF-Modell zeigte die Kaltfront ebenfalls zuverlässig, unterschätzte jedoch im Zentralraum Kärnten teilweise die Intensität der Niederschläge und die starke Abkühlung während der intensivsten Regenphase.
Lokale Unterschiede schwer prognostizierbar
Wie so oft zeigte sich jedoch, dass kleinräumige Unterschiede im Villacher Becken selbst von hochauflösenden Modellen nur schwer exakt erfasst werden können. Besonders die Verteilung der Niederschläge variierte lokal deutlich.
Insgesamt erwies sich ICON-D2 bei dieser Wetterlage für den Raum Villach als das treffsicherste Modell – insbesondere hinsichtlich Temperaturentwicklung, Schneefallgrenze und Niederschlagsintensität.
Freundlicher Tagesausklang, aber kalte Nacht
Am Nachmittag lockerte die Bewölkung zunehmend auf und vielerorts zeigte sich wieder die Sonne. Gleichzeitig blieben auf den Bergen eindrucksvolle Schneereste sichtbar, die sich besonders im Abendlicht markant abhoben.
In der Nacht auf Mittwoch lockert der Himmel zunehmend auf und die eingeflossene Kaltluft kann sich besonders in den Tallagen stark bemerkbar machen. Im Raum Villach werden in den Frühstunden nur noch etwa 2 bis 3 Grad erwartet, lokal kann es in ungünstigen Lagen sogar noch etwas kälter werden. Auf den Bergen bleibt es winterlich kalt, oberhalb von etwa 1200 bis 1500 Metern halten sich die Schneereste bis in den Mittwoch hinein.
Damit endeten zwei äußerst abwechslungsreiche und für Mitte Mai außergewöhnlich kalte Wettertage im Raum Villach.
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