Christi Himmelfahrt bis Montag (14.–18. Mai 2026)

Nach dem sonnigen und außergewöhnlich trockenen Mittwoch stellt sich die Großwetterlage nun deutlich um. Verantwortlich dafür ist eine Tiefdruckrinne über Mitteleuropa in Kombination mit einem Italientief, das feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpensüdseite lenkt. Gleichzeitig fließt in der Höhe ungewöhnlich kalte Luft ein – in rund 1.500 Metern Höhe (850 hPa) liegen die Temperaturen zeitweise nur bei etwa 0 bis +2 Grad.

Damit präsentiert sich die zweite Maihälfte vorübergehend eher herbstlich als frühsommerlich. Immer wieder ziehen Regenstaffeln über Kärnten hinweg, dazu bleibt es deutlich zu kühl. Besonders von Donnerstagabend bis Samstag dürfte der Regen zeitweise länger anhalten.

Interessant bleibt dabei vor allem die Frage nach den endgültigen Niederschlagsmengen im Raum Villach. Die aktuellen Modellläufe zeigen hier zwar alle ein markantes Regenereignis, unterscheiden sich aber noch deutlich bei den Summen:

  • Das ECMWF-Modell bleibt am defensivsten und berechnet für Villach meist etwa 35 bis 50 mm bis Sonntagfrüh.
  • Das SuperHD-Modell liegt bereits deutlich höher und sieht verbreitet etwa 50 bis 70 mm.
  • Das amerikanische GFS-Modell simuliert lokal sogar 70 bis knapp 100 mm im Raum Villach und entlang der Karawanken.

Auffällig ist, dass alle Modelle die höchsten Niederschlagsmengen klar südlich des Hauptkammes von Tarvis über Kranjska Gora bis ins Trenta-Gebiet legen. Dort sind regional über 100 mm möglich. Villach liegt zwar etwas im Lee der Karawanken, dürfte aber dennoch wiederholt kräftigere Regenphasen abbekommen.

Damit ergibt sich für den Zentralraum Kärnten derzeit folgende realistische Spannweite bis Sonntag:

  • Untergrenze: etwa 35 bis 50 mm
  • Wahrscheinlicher Bereich: etwa 50 bis 70 mm
  • Im ungünstigsten Fall lokal bis nahe 100 mm

Durch die kalte Höhenluft sinkt zudem die Schneefallgrenze zeitweise deutlich ab. Besonders in intensiveren Niederschlagsphasen kann es oberhalb von etwa 1.500 bis 1.800 Metern wieder schneien. Auf den höchsten Gipfeln der Julischen Alpen, Karnischen Alpen und teilweise auch im Bereich Dobratsch sind einige Zentimeter Neuschnee möglich.

Die einzelnen Tage im Überblick:

Christi Himmelfahrt / Donnerstag:
Am Vormittag noch zeitweise freundlich mit einzelnen sonnigen Phasen. Im Tagesverlauf ziehen von Süden her zunehmend dichte Wolken und Regen auf. Gegen Abend teils länger anhaltender Regen. Maximal meist nur noch 14 bis 16 Grad.

Freitag:
Der wohl unbeständigste Tag des langen Wochenendes. Häufig Regen oder kräftige Schauer, nur kurze trockene Abschnitte. Dazu sehr wenig Sonne und ungewöhnlich kühl mit meist nur 12 bis 15 Grad.

Samstag:
Weiterhin leicht wechselhaft mit einzelnen Schauern, insgesamt aber etwas weniger intensiv als am Freitag. Zwischendurch sind erste Auflockerungen möglich. Die Temperaturen bleiben mit etwa 12 bis 14 Grad gedämpft.

Sonntag:
Die Chancen auf trockenere Phasen steigen langsam an. Neben Wolken zeigen sich zunehmend sonnige Abschnitte. Die Temperaturen erholen sich leicht auf etwa 15 bis 17 Grad.

Montag:
Nach aktuellem Stand freundlicher und stabiler. Mehr Sonne und langsam wieder frühlingshafte Temperaturen mit etwa 17 bis 19 Grad.

Insgesamt deutet vieles auf ein klassisches Alpensüdseiten-Wochenende hin: länger anhaltender Regen in mehreren Staffeln, ungewöhnlich kühle Luftmassen für Mitte Mai und Schnee auf den Bergen – ehe sich zu Beginn der neuen Woche langsam wieder stabileres Wetter durchsetzen könnte.

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